Ea Sola
Ein Name wie ein Säuseln in der Bambusstaude: Ea Sola. Die sanfte Humanistin mit der kompromisslosen Arbeitsweise ist ein Symbol der Wiedervereinigung, eine Triebfeder der Versöhnung mit der einstigen Kolonialmacht Frankreich. Sie ist die Ikone der kulturellen Öffnung ihres Landes, eine Brücke nach Europa, in die Zukunft. Für die Vietnamesin, die sich erst in Frankreich als Künstlerin entdeckte, wird es immer um die Bewältigung persönlicher Erinnerungen gehen, ausgehend vom Schrecken des Kolonialkriegs ihrer Heimat.
Es gibt nicht viele Persönlichkeiten, über die sich spontan ein ganzes Buch schreiben ließe. Von ihren ersten künstlerischen Verzweiflungstaten in den Straßen von Paris bis zur aktuellen Kreation «Sécheresse et pluie vol. II» ist ihr Schaffen geprägt vom Trauma des Kriegs und dem Willen, das kulturelle Erbe Vietnams gegen die Gedächtnislosigkeit zu verteidigen. Schon in «Sécheresse et pluie», ihrem ersten großen Bühnenwerk auf der Suche nach ihren Wurzeln, zeigte sie tausendjährige Gesten in zeitgenössischem Gewand, ohne sie zu entstellen. Mit nur vier Stücken, kreiert von 1995 bis 2001, setzte sie einen Eckpfeiler in der Tanzlandschaft. Der nach Exotik gierende Blick ...
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