Der Lehrer: Jason Jacobs

Tanz - Logo

Sie geben im Rahmen der «Tanzplattform Rhein-Main» am Frankfurter Mousonturm zeitgenössisches Profitraining. Welchen Ansatz verfolgen Sie? Zu den Prinzipien meines Trainings gehören «groundedness», also Erdung des Körpers, Zentrierung, Koordination, Musikalität und die Kultivierung einer weichen und agilen Präsenz. Ich möchte, dass die Tänzer*innen aufmerksam sind und am Ende anders über Bewegung denken. Sie sollen ihren und anderen Körpern zuhören.

Die Unterrichtsstruktur besteht aus angeleiteter Improvisation, um die Tänzer*innen auf spezifische Bewegungsqualitäten und dynamische Energien einzustimmen, verwoben mit festen und zunehmend komplexeren Bewegungssequenzen. Das orientiert sich am Niveau der jeweiligen Gruppe.

Was ist die Zielgruppe? Professionelle, angehende und ehemalige Tänzer*innen – vor allem Tanzschaffende aus der Freien Szene. Sie haben wenig Möglichkeiten, regelmäßig zu trainieren, daher ist das wöchentliche Training im Mousonturm ein wunderbares Angebot. Dass die Levels in den Trainings so unterschiedlich sind, finde ich spannend und bereichernd. Wer im Raum ist, beeinflusst, wie sich die Klasse gestaltet und welche Optionen ich anbiete. Bestenfalls finde ich ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2022
Rubrik: Praxis, Seite 56
von Hannah Meyer-Scharenberg

Weitere Beiträge
Buch, CD, DVD 2/22

CD des Monats
20TH CENTURY FOXTROTS3 
Irgendwann gab es auch in Osteuropa kein Halten mehr. Längst hatte die amerikanische Tanzmusik Paris und London erobert, auch in Deutschland waren Charleston, Shimmy, Foxtrott oder One- und Two-Step en vogue, als die Unterhaltungswelle auf das sowjetische Russland und die Ukraine überschwappte. «Hot Jazz vor dem Kalten Krieg»...

Wie weitermachen

«Ende einer Ära», das klingt pathetisch. In Hamburg aber ist die Terminologie angemessen: Seit 1973 prägt John Neumeier das Hamburg Ballett, zunächst als Ballettdirektor und Chefchoreograf, seit 1996 als Intendant. 49 Jahre, in denen Neumeier stilbildende Choreografien entwickelte, «Tod in Venedig», «Winterreise», «Nijinsky», «Ghost Light», das jüngst überarbeitete...

Erna Ómarsdóttir «Orpheus + Eurydike»

Für ihre Zusammenarbeit mit dem Theater Freiburg riet die isländische Regisseurin, Choreografin und Tänzerin Erna Ómarsdóttir der Dramaturgin Tamina Theiß: «You have to put your brain away.» Klingt eher nach dem Titel eines Popsongs, bei dem man lieber dem Sound als dem Inhalt trauen sollte. Und so funktioniert denn auch das Ergebnis, «Orpheus + Eurydike», zur...