Der Lehrer: Jason Jacobs
Sie geben im Rahmen der «Tanzplattform Rhein-Main» am Frankfurter Mousonturm zeitgenössisches Profitraining. Welchen Ansatz verfolgen Sie? Zu den Prinzipien meines Trainings gehören «groundedness», also Erdung des Körpers, Zentrierung, Koordination, Musikalität und die Kultivierung einer weichen und agilen Präsenz. Ich möchte, dass die Tänzer*innen aufmerksam sind und am Ende anders über Bewegung denken. Sie sollen ihren und anderen Körpern zuhören.
Die Unterrichtsstruktur besteht aus angeleiteter Improvisation, um die Tänzer*innen auf spezifische Bewegungsqualitäten und dynamische Energien einzustimmen, verwoben mit festen und zunehmend komplexeren Bewegungssequenzen. Das orientiert sich am Niveau der jeweiligen Gruppe.
Was ist die Zielgruppe? Professionelle, angehende und ehemalige Tänzer*innen – vor allem Tanzschaffende aus der Freien Szene. Sie haben wenig Möglichkeiten, regelmäßig zu trainieren, daher ist das wöchentliche Training im Mousonturm ein wunderbares Angebot. Dass die Levels in den Trainings so unterschiedlich sind, finde ich spannend und bereichernd. Wer im Raum ist, beeinflusst, wie sich die Klasse gestaltet und welche Optionen ich anbiete. Bestenfalls finde ich ...
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Tanz Februar 2022
Rubrik: Praxis, Seite 56
von Hannah Meyer-Scharenberg
tanz. Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
Herausgeber Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion Sofie Goblirsch, Falk Schreiber, Marc Staudacher, Dorion Weickmann (Leitung), Arnd Wesemann
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin Tel. +49-(0)30-254495-20, Fredaktion@tanz-zeitschrift.de www.tanz-zeitschrift.de
Gestaltung & Art direction Marina Dafova
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Nichts als ein Nebelstreif. Sobald sich das Dunkel lichtet, wird nach und nach ein Mensch erkennbar – nicht schaumgeboren wie Aphrodite, eher gedämpft, als wäre man in Nibelheim zuhause. «Mist», also «Nebel», nennt Damien Jalet seinen Film, und nebulös beginnt er, als müssten wie in den Götter- und Helden-Sagen der nordischen «Edda» im Zusammenspiel der Elemente...
Er wollte das nicht. Aber jetzt ist die Frau tot, gestorben durch seine Hand. Es ist die alte Geschichte: eine Tragödie, wie wir sie mehrmals pro Woche im Fernsehen sehen können. Und leider allzu oft auch in Gerichtssälen hören. Die Geschichte von Tancredi und Clorinda ist im Vergleich noch tragischer: Claudio Monteverdis (1567 – 1643) dramatisches Madrigal «Il...
