Der Intuitive: Jean-Christophe Maillot

Ballett ist eine Beziehungskunst. Darum kann sie auch aus dem Bauch heraus entstehen, sagt der Ballettchef von Monte Carlo im Gespräch mit Hartmut Regitz

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Jeder Choreograf, kaum einer ausgenommen, ist in seinem Leben einmal Tänzer gewesen. Warum haben Sie die Fronten gewechselt? Was gab den Ausschlag, Choreograf zu werden? Dazu muss ich etwas ausholen. Schon mit sieben habe ich meine Ballettausbildung am Konservatorium meiner Heimatstadt Tours begonnen, das damals noch einen Draht zum Theater hatte. Mit zehn war ich bereits Teil einer professionellen Vorstellung: Das Gesetz erlaubte seinerzeit Schülern auch zu später Stunde aufzutreten – heute ein Ding der Unmöglichkeit.

Insofern wurde ich relativ früh mit der Realität einer Ballettkreation konfrontiert und war von Anfang an in den Entstehungsprozess einer Choreografie involviert. Noch gut erinnere ich mich an mein erstes Ballett, das ich mit vierzehn choreografiert habe – zu einer Musik übrigens, die ein junger Komponist des Konservatoriums eigens für mich geschrieben hat.

Mit vierzehn? Ja. Die einzigen Tanzinformationen, die einem in dieser Kleinstadt zugänglich waren, bezog ich aus der Zeitschrift «Les Saisons de la danse». Ich las alles, von der ersten bis zur letzten Zeile. Noch mehr suchte ich mir aufgrund der Abbildungen vorzustellen, wie die Dynamik der fotografierten Stücke ...

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Tanz August/September 2007
Rubrik: Choreografieren, Seite 56
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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