Der Intuitive: Jean-Christophe Maillot
Jeder Choreograf, kaum einer ausgenommen, ist in seinem Leben einmal Tänzer gewesen. Warum haben Sie die Fronten gewechselt? Was gab den Ausschlag, Choreograf zu werden? Dazu muss ich etwas ausholen. Schon mit sieben habe ich meine Ballettausbildung am Konservatorium meiner Heimatstadt Tours begonnen, das damals noch einen Draht zum Theater hatte. Mit zehn war ich bereits Teil einer professionellen Vorstellung: Das Gesetz erlaubte seinerzeit Schülern auch zu später Stunde aufzutreten – heute ein Ding der Unmöglichkeit.
Insofern wurde ich relativ früh mit der Realität einer Ballettkreation konfrontiert und war von Anfang an in den Entstehungsprozess einer Choreografie involviert. Noch gut erinnere ich mich an mein erstes Ballett, das ich mit vierzehn choreografiert habe – zu einer Musik übrigens, die ein junger Komponist des Konservatoriums eigens für mich geschrieben hat.
Mit vierzehn? Ja. Die einzigen Tanzinformationen, die einem in dieser Kleinstadt zugänglich waren, bezog ich aus der Zeitschrift «Les Saisons de la danse». Ich las alles, von der ersten bis zur letzten Zeile. Noch mehr suchte ich mir aufgrund der Abbildungen vorzustellen, wie die Dynamik der fotografierten Stücke ...
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Pina Bausch, Bridget Breiner, Xavier Le Roy, Constanza Macras, Jean-Christophe Maillot, Hans van Manen, Alain Platel, Martin Schläpfer, Superamas, Sasha Waltz: quer durch den berühmten Gemüsegarten. Wie choreografieren die neun Choreografen und das Choreografenkollektiv, das sagt, es choreografiere nicht?
Ausgewählt haben wir sie wie in einem Gemüsegarten: Was...
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