Chris Haring: «Posing Project B – the Art of Seduction»

Wien

Tanz - Logo

Hübsch ist «sie» und posiert im weißen Dress an der hinteren Bühnenwand. Leise Klaviermusik von Erik Satie. Freundliches Lachen. Sie reckt sich und streckt sich ein bisschen, ändert die Position, um noch besser dazustehen. Macht «Hahaha». Wie beim ersten Mal. Positionswechsel. «Hahaha». Inzwischen eher ein rhythmisches Hacken als freundliches Lachen. Am Kleid zupfen. «Hahaha». Stakkato-Dauerlachen. «Hahaha». Pause. «Haha …». Plötzlicher Aussetzer, eine Zehntelsekunde, als handele es sich um einen kurzen, kaum wahrnehmbaren Ausfall des Innenohrs.

Dann kracht wieder das dreifache «Hahaha» hervor.
Auf dem Weg zur Maschinengewehrsalve erinnert das Geräusch ein letztes Mal an eine menschliche Lautäußerung. Satie perlt weiter, die Schöne bellt «Hahaha». Das Lachen hat sich endgültig von ihrer Person verabschiedet. Stattdessen versucht «er», die Geschichte einer erotischen Begegnung zu erzählen, doch immer wieder und mehr entgleitet ihm die Stimme. Als ob man ein Band unendlich langsam abspielt, wird die Stimme schief und kurvig; die akustischen Bögen, die das Organ schlägt, infizieren den Körper, der sich biegt und schließlich wie eine Carrerabahn durch den Raum kurvt.  Der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 86
von Elisabeth Nehring

Vergriffen
Weitere Beiträge
Hugo de Greef

Hugo de Greef ist Gründer des Brüsseler Kaaitheaters und damit Initiator jenes Netzwerks, das erfolgreich flämische Choreografen in Europa propagierte. Ab sofort ist er Herr über eine «Fabrik für Bild und Ton»: So jedenfalls wird das N. V. Rundfunkgebäude Flagey in Brüssel im Volksmund genannt. Flagey war schon immer ein Ort, an dem ganz unterschiedliche Dialoge...

Dieter Heitkamp

«To be a performing artist in the next century, you have to be an educator, too.»  Sir Simon Rattle

Stellt sich die Frage: Why not in this century? Jeder Musiker, jede Tänzerin, jeder Schauspieler, jede Regisseurin sollte in die Lage versetzt werden, ihre oder seine Ideen zu vermitteln und diese umzusetzen. Junge Künstler müssen überdies mehr als ihr Handwerk...

Die Tänzerin: Bridget Breiner

Bridget Breiner, Sie sind in Columbus, Ohio, aufgewachsen, haben an der BalletMet Dance Academy Ihrer Heimatstadt von 1985 bis 1991 Ihre Ausbildung erhalten und wurden, nach einem weiteren Jahr an der Heinz-Bosl-Stiftung München, Mitglied des Bayerischen Staatsballetts, wo Sie vermutlich zum ersten Mal mit Choreografen in Berührung gekommen sind. Nein, bereits als...