Chris Haring: «Posing Project B – the Art of Seduction»
Hübsch ist «sie» und posiert im weißen Dress an der hinteren Bühnenwand. Leise Klaviermusik von Erik Satie. Freundliches Lachen. Sie reckt sich und streckt sich ein bisschen, ändert die Position, um noch besser dazustehen. Macht «Hahaha». Wie beim ersten Mal. Positionswechsel. «Hahaha». Inzwischen eher ein rhythmisches Hacken als freundliches Lachen. Am Kleid zupfen. «Hahaha». Stakkato-Dauerlachen. «Hahaha». Pause. «Haha …». Plötzlicher Aussetzer, eine Zehntelsekunde, als handele es sich um einen kurzen, kaum wahrnehmbaren Ausfall des Innenohrs.
Dann kracht wieder das dreifache «Hahaha» hervor.
Auf dem Weg zur Maschinengewehrsalve erinnert das Geräusch ein letztes Mal an eine menschliche Lautäußerung. Satie perlt weiter, die Schöne bellt «Hahaha». Das Lachen hat sich endgültig von ihrer Person verabschiedet. Stattdessen versucht «er», die Geschichte einer erotischen Begegnung zu erzählen, doch immer wieder und mehr entgleitet ihm die Stimme. Als ob man ein Band unendlich langsam abspielt, wird die Stimme schief und kurvig; die akustischen Bögen, die das Organ schlägt, infizieren den Körper, der sich biegt und schließlich wie eine Carrerabahn durch den Raum kurvt. Der ...
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