Der Feuervogel u.a.

von James Kudelka und «Dessau Dancers» auf DVD. Letztere schenken wir Ihnen – Neue Bücher für Ballett-Liebhaber und Chétouane-Versteher – Auf CD: «Le Concert Royal de la Nuit» – Im Netz: die Methode des Enrico Cecchetti

dvd
DER FEUERVOGEL
Guter Kitsch hat manchmal sogar etwas Vorbildhaftes. Dann zeigt er wie etwas mal aussah, das heute überholt ist. Deshalb ist James Kudelkas 2000 für das National Ballet of Canada entstandene und drei Jahre später im Studio festgehaltene Version des «Feuervogels» durchaus zu begrüßen. Das 1910 von den Ballets Russes uraufgeführte Werk aus Strawinskys folkloristischer Periode hat sich wegen seiner simplen Märchenhandlung auf der Bühne immer schwergetan. Im Konzertsaal sind die farbensatte Partitur wie auch die Suite weit öfters zu hören.


Obwohl Mikhail Fokines Choreografie einigermaßen gut überliefert wurde, gehört sie nicht zu seinen Meisterwerken. Kudelka, ein moderater, geschmackssicherer Neoklassizist, hält sich effizient an das Originallibretto und wirft den Ballast ab, reduziert die Geschichte vom Zarewitsch, dem der flammende Vogel im Kampf gegen den bösen Zauberer Kaschtschei hilft, um so die geliebte Prinzessin und ihre elf Schwestern zu befreien auf ihr Skelett. Passend dazu dienen weißfahle, blattlose Bäume als Kulisse. Die raumgreifende Choreografie ist so einfach wie klar, ob Liebe oder Kampf, nicht die Bewegung an sich ist überraschend, sondern wie sie ...

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Tanz Oktober 2015
Rubrik: medien, Seite 62
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