prag

javier torres «la bayadère»

Nach seinem erfolgreichen Debüt mit «Dornröschen» vor gut zwei Jahren konnte das Prager Nationalballett den aus Mexiko stammenden Choreografen Javier Torres erneut gewinnen, und zwar für die Prager Erstaufführung des Balletts «La Bayadère» in der Staatsoper. Die besuchte Vorstellung an einem Sonntagnachmittag ist ausverkauft, auffällig jung das Publikum. Vor allem Kinder verfolgen gespannt die von exotischer wie märchenhafter Stimmung und Ausstattung geprägte Inszenierung.

Torres hat sich für eine zweiaktige Fassung entschieden.

So geht die Handlung rasch voran, die pantomimischen Szenen sind auf ein erträgliches Maß konzentriert, der Tanz hält sich eng an die Vorlagen von Petipa. Was eine große Herausforderung darstellt, zumal für Miho Ogimoto als Nikia, Karel Audy als Solor und Sophie Benoit als Gamzatti.

Weil Torres für seine Version eine kleine, nicht unbedeutende Rahmenhandlung kreiert hat, kann er auf die Visionen des mitunter weggelassenen fünften Aktes nicht verzichten und lässt das nun im Tod vereinte Paar Nikia und Solor aus den Ruinen des geborstenen Palasts über den schneebedeckten Himalaja entschweben. Von dessen Höhen waren zuvor 24 Tänzerinnen in der berühmten weißen ...

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Tanz Oktober 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 53
von Boris Gruhl

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