Der Dj als Choreograph
Der Club
Der Maschinist lauert hinter seinem Thron. Über ihm: ein gelb flackernder Heiligenschein. Laserlicht stellt seinen Kopf in den Schatten. Der Lichtschweif fingert in die Masse der Untertanen. Deren Köpfe schrauben sich wieder und wieder in Richtung Thron. Erwartungsvoll. Der König legt auf. Seine Beats haben Zeit. Tröpfeln. Die Leiber pendeln. Suchen die Soundfläche ab wie Surfer nach der richtigen Welle. DJ Micky Friedmann in seinem Jägerstand, Leuchtturm, Mastkorb; sein Kopf unter dem Kopfhörer nickt jetzt rhythmisch. Die Volksköpfe ahnen.
House Music kräuselt die Wellen der Tanzenden. Dann erreicht ein Stoß die Oberfläche. Die Ladung erwischt volle Breitseite das kleine Meer der Tanzenden. Eine Hundertschaft von Männern taucht ein. Gebrüll. Der Sound packt sie, die Elemente, Arme, Rümpfe, Mäuler fliegen durch den Strom. Die Elektrizität aus purem Sound knallt durch die Arena aus Tanzstufen und kaltem Metall, fährt durch die stampfenden Leiber. Befreiung und Erwartung. Warten und Fortgerissen werden. Eintauchen. Abdriften. Magnetisches. Missweisung und purer Strom.
Micky Friedmann
erinnert sich an die Zeit, als ihm dieser Königstitel noch fehlte: DJ. Don Jovi. Da war er ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Merce Cunningham kommt jeden Montag in sein Studio im 11. Stock des Westbeth Building im West Village von Manhattan. Jeden Montag gibt es «Cunningham Technique» direkt aus der Hand des 88-Jährigen. Cunningham Classes zu besuchen, ist ein Traum nicht nur jedes Tänzers. Auch Lehrer aus aller Welt wollen Lizenzen für dieses Training. Aber Cunningham wäre nicht...
Francesca Harper, when did you begin singing in performance? Years ago with the Frankfurt Ballet. William Forsythe asked me to sing in some of his productions and when he heard that I had a voice, he started creating roles for me that required singing. A producer came to one of the performances and asked me if I wanted to start record-ing, so that’s when I started...
Es gibt nur eine Choreografie in der Tanzgeschichte, mit der man immer wieder Geschichte schreiben kann: «Le sacre du printemps», das berühmte Frühlingsopfer. Igor Strawinsky komponierte es in Lausanne, wo Ballets-Russes-Chef Serge Diaghilev sich 1915 mit dem Choreografen Léonide Massine direkt am See in die Villa Belle Rive einmietete. Man sprach über Kubismus,...
