Der Bildregisseur: Gert Weigelt
Gert Weigelt, Sie sind als Tanzfotograf immer für die Pressefreiheit des Bildes eingetreten, auch für öffentliche Foto-Proben an Theatern. Warum?
Warum sollten Bildjournalisten schlechter gestellt sein als Wortjournalisten? Pressefreiheit gilt für beide, wenn auch die Arbeitsweisen verschieden sind. Da ein Bildjournalist nicht während der Premiere fotografieren kann, muss man ihm eine andere Möglichkeit einräumen, zum Beispiel bei einer der letzten Bühnenproben.
Beide sollen sich ja ein Bild der Produktion machen – und das vermitteln: der eine mit Worten, der andere mit dem Medium Fotografie.
Gibt es Theater, die keine öffentlichen Fotoproben anbieten?
Die Frage müsste lauten: Gibt es überhaupt noch Theater, die offene Fotoproben anbieten? Außer in Berlin, wo es gute Tradition hat und die Lobby der Theaterfotografen durchaus mächtig ist, sind es eher wenige Häuser, die sich freien Fotografen öffnen. Und wenn sie es denn tun, muss man irgendeinen Wisch mit restriktiven Klauseln unterzeichnen, der einem die Freude an der Arbeit nimmt. So eine Erklärung habe ich nie unterschrieben und würde sie nie unterschreiben.
Haben Sie schon einmal erlebt, dass Sie eine Produktion nicht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2013
Rubrik: Fotografen, Seite 62
von Annette von Wangenheim
Anne Teresa De Keersmaeker, Herman Sorgeloos, wie kamen Sie beide zusammen?
Herman Sorgeloos: Alles begann mit dem «Kaaitheater Festival» in Brüssel und der Premiere von «Rosas danst Rosas» im Théâtre de la balsamine. Der damalige Festivalleiter Hugo De Greef schlug mich Anne als Fotograf vor, weil er meine Fotos von Jan Decortes «Mauser/Hamletmachine» kannte und...
Auf der glatten Oberfläche des Tanzfotos gehen zwei Medien miteinander eine Symbiose ein: der bewegte Tanz und die festlegende Fotografie – Gegensätze, die größer kaum sein könnten. Denn es ist gerade die Bewegung, die in der Geschichte der Fotografie über das rein Dokumentarische hinaus die schlichte Abbildung eines spezifischen Inhalts überragt. Diese Bewegung...
Anne Teresa De Keersmaeker gehört nicht unbedingt zu den sonnigen Gemütern der Tanzszene. Die ernste Miene über einem mit den Jahren immer asketischeren Körper lässt zunehmend an Pina Bausch denken, die allerdings, je älter sie wurde, desto häufiger auch öffentlich lachte. Bei De Keersmaeker verblüfft es umso mehr, wenn ihr nach dem Ende von «Partita 2», ihrem im...
