Der Bildregisseur: Gert Weigelt

Wenn es um Pressefreiheit und Traditionsbewusstsein geht, kennt er kein Pardon: der Elder Statesman der Tanzfotografie im Gespräch mit Annette von Wangenheim

Gert Weigelt, Sie sind als Tanzfotograf immer für die Pressefreiheit des Bildes eingetreten, auch für öffentliche Foto-Proben an Theatern. Warum?
Warum sollten Bildjournalisten schlechter gestellt sein als Wortjournalisten? Pressefreiheit gilt für beide, wenn auch die Arbeitsweisen verschieden sind. Da ein Bildjournalist nicht während der Premiere fotografieren kann, muss man ihm eine andere Möglichkeit einräumen, zum Beispiel bei einer der letzten Bühnenproben.

Beide sollen sich ja ein Bild der Produktion machen – und das vermitteln: der eine mit Worten, der andere mit dem Medium Fotografie.

Gibt es Theater, die keine öffentlichen Fotoproben anbieten?
Die Frage müsste lauten: Gibt es überhaupt noch Theater, die offene Fotoproben anbieten? Außer in Berlin, wo es gute Tradition hat und die Lobby der Theaterfotografen durchaus mächtig ist, sind es eher wenige Häuser, die sich freien Fotografen öffnen. Und wenn sie es denn tun, muss man irgendeinen Wisch mit restriktiven Klauseln unterzeichnen, der einem die Freude an der Arbeit nimmt. So eine Erklärung habe ich nie unterschrieben und würde sie nie unterschreiben.

Haben Sie schon einmal erlebt, dass Sie eine Produktion nicht ...

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Tanz Jahrbuch 2013
Rubrik: Fotografen, Seite 62
von Annette von Wangenheim

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