Der Ballettdramaturg

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Lang sind die Zeiten her, dass eine Angela Dauber oder ein Edmund Gleede John Neumeier inhaltlich so stringente wie bahnbrechende Klassikerneudeutungen wie «Dornröschen» oder «Illusionen – wie Schwanensee» bescherten. Heute glauben die forschen Jungchoreografen, ob sie Terence Kohler oder Christian Spuck heißen, ohne dominierenden Dramaturgen auskommen zu können. Schritte und Plot, Interpretation und Deutung in einer Hand und einem Hirn, das hat freilich selten kongenial funktioniert.

Man hofft, dass ein Martin Schläpfer, der sich bisher nur zaghaft ans Handlungsballett gewagt hat, das aber im solches erwartenden Düsseldorf über kurz oder lang realisieren muss, sich einer denkenden Hälfte versichert. Denn schon Schritte schaffen ist genug. Wie viel ambitionierte Abendfüller kranken an einem Versagen des erzählerischen Elements, an mangelndem Selbstbewusstsein einer eigenwertig tänzerischen Interpretationshaltung und -handlungsführung.
Immerhin haben sich Ballettdramaturgen – soweit vorhanden – nicht selten stattdessen ein anderes, ebenfalls lohnendes Feld gesucht: das Schürfen im tiefen, bisher nur skandalös wenig seriös wie theaterpraktisch erforschten Brunnen der ...

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Tanz Jahrbuch 2009
Rubrik: Portrait, Seite 126
von Manuel Brug

Vergriffen
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