Männer in Strumpfhosen

Die Frau ist der Star. Der Mann war – bis Vaslav Nijinsky und Rudolf Nureyev jedenfalls – der Partner, der in ihrem Schatten stand und ständig mit übler Nachrede zu kämpfen hatte. Heute ist es anders, erfuhr Katja Werner von Ivan Liska und Alen Bottaini

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Am Anfang des 19. Jahrhunderts hatten noch die Männer die Bühne dominiert. Dann standen, im Romantischen Ballett, die Tänzerinnen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Aufgabe der Tänzer, wie damals Jules Perrot und Arthur Saint-Léon, war, der gefeierten Ballerina ihre starken Arme zu leihen. Der neue Stil betonte die weicheren Bewegungen und den leicht gebeugten Oberkörper, was besonders der weiblichen Eleganz zupasskam. Der Spitzenschuh kam in Mode, was noch feinere Fußarbeit erlaubte. Und um die besser sehen zu können, wurden auch die Röcke kürzer.

Bis heute werden diese Standards des Romantischen Balletts von vielen Kompanien hochgehalten, denn die traditionellen und scheinbar zeitlosen Handlungsballette finden immer noch ihr entzücktes Publikum. Im Mittelpunkt: die Ballerina. Wie passen da moderne Männer in dieses weibliche Bild vom Ballett? Spielen die Topathleten von heute noch immer die zweite Geige? Wir fragten die Männer am Bayerischen Staatsballett, den Ersten Solisten Alen Bottaini und seinen Chef Ivan Liska.

«Ballet is a woman», ihre Partner nennt man  «Männer in Strumpfhosen». Was sagen Sie zu diesen kaum ausrottbaren Vorurteilen?
Alen Bottaini: Wir arbeiten hart daran, ...

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Tanz Jahrbuch 2009
Rubrik: Interview, Seite 28
von Katja Werner

Vergriffen
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