Männer in Strumpfhosen
Am Anfang des 19. Jahrhunderts hatten noch die Männer die Bühne dominiert. Dann standen, im Romantischen Ballett, die Tänzerinnen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Aufgabe der Tänzer, wie damals Jules Perrot und Arthur Saint-Léon, war, der gefeierten Ballerina ihre starken Arme zu leihen. Der neue Stil betonte die weicheren Bewegungen und den leicht gebeugten Oberkörper, was besonders der weiblichen Eleganz zupasskam. Der Spitzenschuh kam in Mode, was noch feinere Fußarbeit erlaubte. Und um die besser sehen zu können, wurden auch die Röcke kürzer.
Bis heute werden diese Standards des Romantischen Balletts von vielen Kompanien hochgehalten, denn die traditionellen und scheinbar zeitlosen Handlungsballette finden immer noch ihr entzücktes Publikum. Im Mittelpunkt: die Ballerina. Wie passen da moderne Männer in dieses weibliche Bild vom Ballett? Spielen die Topathleten von heute noch immer die zweite Geige? Wir fragten die Männer am Bayerischen Staatsballett, den Ersten Solisten Alen Bottaini und seinen Chef Ivan Liska.
«Ballet is a woman», ihre Partner nennt man «Männer in Strumpfhosen». Was sagen Sie zu diesen kaum ausrottbaren Vorurteilen?
Alen Bottaini: Wir arbeiten hart daran, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sie haben eine fünfjährige Tochter mit Ballettambitionen, die mit rosa Prinzesschen aber nichts am Hut hat? Gratulieren Sie dem Kind zu seinem guten Geschmack – und ansonsten: Vergessen Sie’s einfach. Neun von zehn Schulen werden Ihre diesbezügliche Anfrage höflich, aber bestimmt bescheiden: «Ja, selbstverständlich tragen unsere Babyballerinen Rosa, was denn sonst?...
Eines Tages, so geht die Legende, erwachte der volkstümliche Mensch des Mittelalters aus seiner Bevormundung durch Gott und die Kirchenväter, indem er sich, angeleitet durch kluge Mönche, das Lesen und Schreiben beibrachte. Was dieser Mensch an unzähligen Feiertagen bei der Lektüre entdeckte, während Kriegswirren rundherum und die Entleerung der Landschaft durch...
Mikhail Baryshnikov ist immer noch die Nummer eins. Sein unendlicher Mut lässt ihn noch immer neue Risiken eingehen, als fantastischer Tänzer der er ist, egal ob er in dramatischen Stücken des Schweden Mats Ek zusammen mit der großartigen Ana Laguna auftritt oder in Soli arbeitet, die Alexei Ratmansky für ihn schuf, in denen er mit selbstironischer Geste sein...
