berlin: isabelle schad «musik (praticable)»
Wer zieht die Fäden, wenn 14 Menschen schweben und schlingern, als schwämmen sie in einem Aquarium aus Licht und Klang? Flossen und Gräten haben alle Fische, nur sind die einen flinker, wendiger und sprungbereiter als die anderen, die sich eher träge treiben lassen. Nennen wir es eine Polyfonie, wenn dieser Schwarm ins Hüpfen und Straucheln gerät, der auf und nieder wogt wie die Rheintöchter und Alberiche beim Wagalaweia. Jeder verkörpert einfach sein eigenes Motiv.
Isabelle Schad ist Spezialistin im Ordnen und Dirigieren großer «Orchester» unter eine gemeinsame Idee, die sowohl das Element im Meer der Möglichkeiten bestimmt als auch die Gangart. Man nennt es den Subtext, an dem der Beschauer frei herumrätseln darf.
«Musik (Praticable)» spielt lustvoll mit der Terminologie musikalischer Sprache, dem ordnenden Prinzip von Stimmführung, Motiv, Rhythmus, Zäsur und Note, dem Miteinanderspielen, Aufeinanderhören, dem Erlauschen von Stille, dem sinnlichen Beiwohnen bei einer Solokadenz. Isabelle Schad dehnt die Grundidee zum synästhetischen Experiment aus. Beharrlich forscht sie an Körperpraktiken des Body-Mind Centering. Sie schärft die Wahrnehmung bis in die kleinste Zelle.
Dieses ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2011
Rubrik: kalender, Seite 64
von Irene Sieben
3sat, www.3sat.de
14. Aug., 21.45h: «Der rote Sufi», Tanzen in Trance, Dokumentarfilm
3. Sept., 22.35h: «New York Dance», junge Choreografen in New York, Dokumentation
26. Sept., 20.15h: «Florian Schroeder und Gäste» mit den Locking-Tänzern Hilty & Bosch
arte, www.artepro.com
1. Aug., 21.55h: «12 Tangos», ein Film von Arne Birkenstock
13. Aug., 23.30h: Kulturmagazin...
Sie scheint nicht zu altern, ist so schlank wie eh und je, unter dem Pony strahlt sie mit dem bekannten lausbubenhaften Gesicht, ihre langen Beine und Arme sind so elastisch und biegsam, dass man glauben möchte, sie seien aus Gummi. Man muss es sich immer wieder in Erinnerung rufen: Hier tritt keine jugendliche Göre auf, sondern eine 46-jährige Frau.
Sylvie Guillem...
Wenn Cyndi Lee an die gute alte Zeit zurückdenkt, gerät sie schnell ins Schwärmen. «Es waren die frühen Siebziger in Kalifornien», sagt die heute 57-Jährige, «wir waren alle jung und alle Hippies. Wir haben Unmengen an Drogen geraucht, haben am Strand von Santa Barbara das Mahavishnu Orchestra gehört und Transzendentale Meditation gemacht. Und wir waren alle...
