Déjà Donné: «A Glimpse of Hope»

München

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Das Geschlecht ist ein soziales Konstrukt, das es zu dekonstruieren gilt. Was wir in den 1990er Jahren (Judith) Butler-brav theoretisch paukten, dürfen wir heute begucken: Die Tanzbühne der in Italien ansässigen Gruppe Déjà Donné ist postfeministisches Schlachtfeld. «A Glimpse of Hope» – diese Hoffnung ist weiblich. Die im Düsseldorfer tanzhaus nrw uraufgeführte Produktion ist der zweite Teil einer Trilogie, in der die Formation um die beiden Tänzer und Choreografen Lenka Flory und Simone Sandroni sich aufmacht, das Glück zu suchen.

2006 durften die Männer, jetzt sind vier Frauen dran.
Das Rezept zum Glücklichsein ist rasch verordnet: Weib, hau auf den Putz! Lass die Stereotypen kollidieren und kollabieren. Déjà Donné bastelt an den Biografiepartikeln der Tänzerinnen und inszeniert sie ganz im Sinn von Judith Butler – Aufhebung der Geschlechteridentität per Geschlechterparodie.
«Grrrrl power». Eine knatschgelbe Fahne mit dieser Aufschrift flattert durch den Raum. Die Frau, die sie trägt, rennt ziellos im Kreis herum, alle anderen hinterher. Die Frauen kreischen begeistert, sie schlagen Räder, rudern mit den Armen, trappeln mit den Turnschuh-Füßchen und rennen, rennen, rennen. ...

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Tanz November 2008
Rubrik: Der Kalender, Seite 38
von Nicole Strecker

Vergriffen
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