Zum Davonjagen
«Leben erfinden – Über die Optimierung von Mensch und Natur». Das schrieben sich die Frankfurter Positionen 2008 auf die Fahnen. Zum ersten Mal seit 2001 integrierte das Festival den Tanz, damit er mit zeitgenössischer Musik zusammenwachse. Doch geriet der Tanz bei den drei Auftragswerken eher zum Primelchen. Wanda Golonkas Inszenierung «Weil die Erde in meinem Körper war» mit dem performance-erprobten Ensemble Modern samt Tänzern und Autos auf der Frankfurter Schauspielbühne war effekthascherisch, aber immerhin die beste Erfindung.
Dazu sagte einer der Chefs der BFH-Bank-Stiftung, die das Festival trägt: «Leben erfinden wird als Thema die Finanzkrise überstehen.» Will heißen: Menschen optimieren, erfinden, beleben. Damit überlebt der Tanz, obwohl er nie genug Geld hat. Er muss es jagen. Darum lud man eine besonders gute Jägerin ein: Sasha Waltz.
«Die Jagd geht nach Form, die Jagd ist die Form. Kein Wildbret bricht hier durch ein Gehölz», notierte Wolfgang Rihm 2001 über seine «Jagden und Formen». Seit 1995 schreibt der Komponist sein Werk fort, «übermalt» Bestehendes mit neuen Tönen. So wuchert und quillt die «Werklandschaft» (Rihm). Für seinen «Zustand 2008» fügte er neun Teile, ...
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