Striptease-Show
Sie sind vierzig Jahre im japanischen Kulturbusiness. Sie haben von Ihrer Arbeit immer als einem Kampf für und um die Kultur gesprochen. Hat sich der Kampf gelohnt? Vielleicht habe ich doch aufs falsche Pferd gesetzt. Ballett kommt aus Europa, aus dem Westen. So sehr Fußball, Basketball oder Volleyball den Menschen im Westen im Blut stecken, so wenig ist uns «Farbigen» das Ballett in die Wiege gelegt worden. Manchmal fürchte ich, dass meine Arbeit umsonst war. Dann bin ich den ewigen Kampf leid und möchte einfach schnell von der Bühne abtreten.
Aber die Konkurrenz wartet nur darauf und verbreitet Gerüchte über meinen angeblich katastrophalen Gesundheitszustand. Aber mir geht es gut. Ich sitze weder im Rollstuhl, noch liege ich im Krankenhaus. Das Tokyo Ballet gehört zu den besten Truppen der Welt. Aber gehen Sie in Japan mal hin und verkünden unseren großen Erfolg, dann heißt es sofort, der sei nur mit viel Geld erkauft. Hier liebt man es einfach, dem anderen einen Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Das habe ich mehr als genug erfahren. Eigentlich gebührt uns viel größere
Popularität.
Immerhin wurde das Tokyo Ballet 2006 zum ersten Mal in Japan ausgezeichnet und zwar mit dem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sie haben mehr als 30 Jahre beim New York City Ballet getanzt. Wie war Balanchine als Lehrer? Er unterrichtete jeden Tag, außer er war krank oder unterwegs. Selbst an unserem freien Tag, dem Montag, hielt er ein freiwilliges Training ab. Balanchine...
Mit diesem Stück startete Johannes Öhman in seine neue Position als Intendant des Göteborgs Operans Balett. «Boléro», das berühmte Werk von Maurice Ravel, lässt er von gleich drei Choreografen umkreisen. Es beginnt mit «Episode 17»: Alexander Ekman macht mit Witz, Intelligenz und einer Prise Ironie da weiter, wo er mit «Okänd Art» (Unbekannte Spezies) 2006 für das...
Die derzeit fähigsten Ballettchoreografen international sind, schreibt die New York Times, Christoper Wheeldon und Alexei Ratmansky. Ersterer hat letztes Jahr die Stelle als resident choreographer beim New York City Ballet aufgesteckt, um sich um seine neue eigene Kompanie Morphoses zu kümmern. Das NYCB streckte begehrlich seine Fühler nach Ratmansky aus. Aber der...
