Dear Museum
So richtig im Museum kommt das Publikum gar nicht an. Schon vor dem luftigen Foyer des Humboldt Forum biegt es links ab, in Richtung Saal 2 – die Studiobühne des umstrittenen Schloss-Nachbaus, der heute die einst in Dahlem untergebrachten ethnologischen Sammlungen beherbergt. Wie alle Kollektionen dieser Art sind sie unter postkolonialen Vorzeichen in die Kritik geraten – ein anhaltender Diskurs, der wissenschaftlich wie künstlerisch geführt wird und sich an diesem Freitagabend in der Black Box entfaltet. Stühle auf Bühnenebene, hinten eine kleine Tribüne.
Zwei Lichtkegel treffen auf Albert Ibokwe Khoza und Julia Zenzie Burnham, in jeder Hand einen traditionellen Gehstab der Zulu und Xhosa, «izinduku» oder «shoba» genannt, weite Gewänder, gelbe Kopfbedeckung. Geruhsam wechseln sie zwischen Posen, während sich das Publikum einrichtet. Im Hintergrund flimmert eine Projektion auf, ein Schreibtisch mit Briefpapier ist zu sehen, Khoza nimmt daran Platz. Es ertönt Khozas sanfte Stimme: «Dear Museum, the truth of the matter it seems everything was better when we were not telling the truth. My truth and your truth are in a race, a race, which of the truths will get to the finish line ...
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Tanz Jahrbuch 2026
Rubrik: Komplizen, Seite 26
von Johanna Rau
Sieben Kameras filmen auf der Bühne zwei Menschen in Ganzkörperanzügen mit einer Vielzahl von Tracking-Markierungen. Die Bewegungen werden in Echtzeit verfremdet, vervielfältigt, vor und hinter die Szene projiziert. So entsteht ein virtueller Tanz von Mensch und Avatar. Ist das, was Sie mit «Mirror» machen, Spitzentechnologie?
Wir setzen in dieser Produktion eine...
Der Dank hat eine Größendimension, wie man sie nicht alle Tage erfährt. «Danke, Marcia», hieß es vor ein paar Jahren auf einem Flugblatt, das im Stuttgarter Opernhaus auf das Publikum herunterflatterte. Dem Dank folgte auch gleich ein allumfassendes «Wofür», um dem runden Geburtstag von Marcia Haydée unmissverständlich eine balletthistorische Bedeutung zuzumessen,...
Ich wurde gebeten, einen Text zu schreiben – ein «Plädoyer» für mehr Kooperationen zwischen freien Choreografen und Stadttheatern im deutschsprachigen Raum. Meine Karriere begann mit dem Tanzen in Compagnien, entwickelte sich weiter zur Präsentation eigener choreografischer Arbeiten an freien Theatern, und heute bewegt sich mein Schaffen zwischen freier Bühne und...
