Amanda Miller: "Fair is Fool and Fool is Fair"
«He loves me» wiederholt Amanda Miller mit entrückter Stimme in ihrem abgewetzten, schwarzen Tutu. Und kratzt sich heftig am Körper, als wollte sie ihn mundtot machen. «Ich bin nie von einem Mann verlassen worden», bilanziert Kate Strong im abgeschnittenen, weißen Tutu. Und knetet das ihr widersprechende Fleisch. Die Auftritte der ehemaligen «Top-Tänzerinnen» im «Schwanensee» sind Vergangenheit. Der Vorhang ist gefallen, die Kostüme abgetragen.
Die Freundinnen, beide 44 Jahre alt, trafen sich vor über zwanzig Jahren bei William Forsythe in Frankfurt und sind sich seitdem künstlerisch und offenbar auch menschlich einander nah. Jetzt denken sie mit überwältigender Präsenz über das Leben, die Liebe und den Tod nach. Wie zwei Engel, die, etwas besorgt, über das Schicksal anderer sprechen. Die eine, Miller, zunächst unter dem Bühnenhimmel schwebend, die andere auf der Erde.
Als wär’s ein Märchenspiel von Shakes-peare, bewegen sich die beiden Frauen in einer magischen Sphäre zwischen Diesseits und Jenseits. Der Titel des Balletts ist Shakespeares «Macbeth» entlehnt. «Foul is Fair and Fair is foul» bedeutet soviel wie «nichts ist, wie es scheint». Die beiden Tänzerinnen erinnern ein wenig ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Viele verstehen Tanz als unmittelbare, direkte Kommunikation. Wenn man sich mit Tanz und seiner Geschichte auseinandersetzt, erscheint dieses Verständnis problematisch. Es verstellt einen Blick auf Tanz als diskursive Praxis. Ich frage mich, woher diese Meinung kommt? Lässt sie sich kulturhistorisch verorten?
In der Ablösung der rhetorischen Zeichen durch das Ideal...
For many years Ann Van den Broek was one of the most remarkable dancers of Krisztina de Châtel’s company in Amsterdam. After she left, Van den Broek danced briefly with Galili Dance and Charleroi Danses before deciding to create her own work in 2000. Since then, Van den Broek has choreographed two animated solos performed by herself and piano player Rex Lobo, and...
Felix Ruckert planschte zuletzt in «Watermusic» (Foto: Stefan Malzkorn) mit Matthieu Burner sehr musikalisch in diversen Waschbecken, Hahn auf, Hahn zu, bis das Berliner Theater Dock 11 unter Wasser stand. Damit das auch in Zukunft geht, ölt er eigenhändig und gewissenhaft die 500 qm Holzboden seines ersten eigenen Tanzorts, schwelle sieben, das er am 24. März mit...
