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Die schwarze Wand ist dicht mit Kreidezeichen bedeckt. Sätze, Gedichtzeilen, Beschreibungen, kleine Piktogramme, vertikal, horizontal.
Doch hier, am schicken Dawes Point in Sydney, mit Blick auf die Walsh Bay, die nicht so berühmte Seite der Stadt ohne das Opernhaus, breiten sich keine Traumpfade der Aborigines aus, hier hat ein aus London immigrierter Katalane für seine jüngste Uraufführung malen und dichten lassen: Wir sitzen in Rafael Bonachelas Büro bei der Sydney Dance Company und blicken auf den geistigen Hintergrund von «LANDforms», der zweiten Hälfte des frisch aus der Taufe gehobenen Abends «Shared Frequencies», für dessen erste Hälfte der Ensembleleiter sich Jacopo Godani eingeladen hatte.
Während der Italiener mit «Raw Models» zur Musik des deutschen Elektropop-Duos 48nord seiner William-Forsythe-Verehrung frönt und rasiermesserscharfe Solipsisten in transparenten Ganzkörperanzügen im Kampf mit sich selbst einander verknoten lässt, übt sich der 39-jährige Bonachela in lauernder Weichheit und sportiver Geschmeidigkeit. Sein viertes Werk für Australiens wichtigste zeitgenössische Tanztruppe und sein drittes als deren künstlerischer Direktor versteht er als eine Fortführung ...
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Tanz Mai 2011
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Matthias Siehler
Vladimir Malakhov sieht ganz schön alt aus. Gelangweilt blättert er, vor dem Spiegel auf seinen Auftritt wartend, in einem Magazin. Sitzt lustlos da im gestrickten Liebestöter. Erst als er sich beobachtet fühlt, springt er auf, bedeckt seine scheinbare Blöße. Zu spät. Alle Illusion ist perdu. Dorothy und die Ihren haben längst begriffen, dass sie einem Schwindler...
Weißer Flokati, so weit das Auge reicht. Nach strengen Körperexerzitien dient der Kultteppich der siebziger Jahre als Spielwiese für erotische Räkeleien im Gedenken an die wilden Sechziger. Sehr cool, sehr distanziert sind die acht Tänzer, die Arco Renz in «2069» als Zeitkapselreisende auf das Jahr 1969 ansetzt. Jimi Hendrix pfeift, Psychedelisches von Pink Floyd...
Residenzen von September 2011 bis Juni 2012 bietet Robert Wilsons Watermill Center in New York «to extend the existing norms of performance practice». Bewerbungen bis 31. Mai über: www.watermillcenter.org/programs/residencies
Der «steirische herbst» in Graz ist fasziniert von der verstärkten philosophischen Auseinandersetzung mit Werken und Praktiken...
