auf dvd: don quijote
Das ist nun bestes Tänzerfutter! Die Produktion, die Alexei Ratmansky letztes Jahr fürs Niederländische Nationalballett erstellt hat, gibt einer klassischen Kompanie alles, um zu brillieren: klare Kombinationen, effektvolle Variationen, zügige Dramaturgie. Das Ganze ist in einem heiteren Spanien angesiedelt dank Jérôme Kaplans luftiger, farbenfroher Ausstattung. Ratmanskys Produktion steht natürlich in der russisch-sowjetischen Tradition; nach der Uraufführung 1869 durch Marius Petipa wurde das Werk permanent verändert und an neue Gegebenheiten adaptiert.
Im Wesentlichen stützt er sich auf das, was Petipa und Alexander Gorski zugeschrieben wird. Ratmansky hat Kleineres ergänzt, hält insgesamt in diesem dreiaktigen «Don Quijote» eine kluge Balance zwischen pantomimischen Passagen und Tanz, und er hat dankenswerterweise die Verbindung von Gruppe und Solisten beibehalten. So ist es ein choreografischer Fluss, der nicht in einzelne Nummern zerfällt. Und darum ist auch jener bei Galas fast zu Tode genudelter Pas de deux in das Hochzeitsfest am Ende eingebunden (und mit kurzen Zwischeneinlagen aufgelockert), sodass ihm der sonst oft penetrante Zirkuscharakter abgeht. Denn das haben ...
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Tanz Mai 2011
Rubrik: medien, Seite 61
von Klaus Kieser
Weißer Flokati, so weit das Auge reicht. Nach strengen Körperexerzitien dient der Kultteppich der siebziger Jahre als Spielwiese für erotische Räkeleien im Gedenken an die wilden Sechziger. Sehr cool, sehr distanziert sind die acht Tänzer, die Arco Renz in «2069» als Zeitkapselreisende auf das Jahr 1969 ansetzt. Jimi Hendrix pfeift, Psychedelisches von Pink Floyd...
...ist in Europa immer noch ein Geheimtipp. Die Israelin ist seit 2005 Hauschoreografin der Batsheva Dance Company, und ihren Satelliten in unseren Breiten hat sie ausgerechnet im norwegischen Bergen gefunden, in Carte Blanche, der Kompanie des skandinavischen Landes für zeitgenössischen Tanz. Die bringt jetzt wieder ein Stück Sharon Eyals zur Uraufführung –...
...und Oliver Proske gründeten 1998 das Berliner Performancekollektiv Nico and the Navigators. Sie gewinnen den diesjährigen, mit 20.000 Euro dotierten «George-Tabori-Preis» des Fonds Darstellende Künste. Das alle Sparten umgreifende Ensemble entstand am Bauhaus Dessau und entwickelte in Berlin seine choreografisch bildstarken Formate zuletzt zu Musik von Franz...
