jugendballett: john neumeier...
...und sein Hamburg Ballett werden im Sommer eine achtköpfige Juniorkompanie anschieben, die sich der Bund binnen vier Jahren 2,8 Millionen Euro kosten lässt. Sage noch einer, im Tanz gebe es keine cleveren Lobbyarbeiter: «Bundesjugendballett» heißt das Gebilde, das acht Tänzer zwischen 18 und 23 Jahren versammelt, die mit eigenem Repertoire auf Tournee gehen, vor allem aber an Spielorten jenseits des Theaters – «Schulen, Museen, Altersheime oder sogar Gefängnisse» – tanzen sollen. «Ein wichtiger sozialer Aspekt», heißt es.
Neumeier hatte die Idee einer Youngster-Truppe zwei Jahrzehnte lang durch alle Politkanäle der Hansestadt navigiert, ehe ein CDU-Bundesparlamentarier bei der Kursänderung in Richtung Hauptstadt behilflich war. Womit aus dem Hamburger ein Berliner Projekt wurde, was ein paar Grundsatzfragen aufwirft. Martin Eifler, der zuständige Referatsleiter beim Bundesbeauftragen für Kultur und Medien, sieht das Vorhaben als «Spitzenförderung im Bereich des Tanzes für den bundesweiten Nachwuchs». Heißt im Klartext: Alle deutschen Hochschulen sollen das Ensemble bestücken, seine Vorsteher eben deshalb für choreografische Vielseitigkeit und Exzellenz sorgen – darum fließe ...
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Tanz Mai 2011
Rubrik: menschen, Seite 28
von Dorion Weickmann
...heißt ein berühmter Text des deutschen Philosophen Hans Blumenberg. Roberto Zappalà, Choreograf aus dem sizilianischen Catania, zeigt das gleichnamige Stück am 7. Mai in der Schwankhalle in Bremen im Rahmen des Festivals «dancing roads compact». Der Mensch, heißt es bei Blumenberg, solle «in seiner Lebensführung den Bedarf an Wegzehrung so beschränken, dass...
Das ist nun bestes Tänzerfutter! Die Produktion, die Alexei Ratmansky letztes Jahr fürs Niederländische Nationalballett erstellt hat, gibt einer klassischen Kompanie alles, um zu brillieren: klare Kombinationen, effektvolle Variationen, zügige Dramaturgie. Das Ganze ist in einem heiteren Spanien angesiedelt dank Jérôme Kaplans luftiger, farbenfroher Ausstattung....
Alexander Pinto, eines Ihrer Themen als gelernter Soziologe lautet «Verortung». Was verstehen Sie darunter?
Die hohe Mobilität unserer Gesellschaft verändert die Lokalisierungsstrategien der Menschen. Ein Mensch, das gilt nicht mehr. Mich interessiert das Phänomen der Multilokalität, also das Arbeiten und Leben an mehreren Orten. Für viele, vor allem freie Tanz-...
