Das Ensemble
Ein Eiscafé in Berlin-Charlottenburg, beschallt vom benachbarten Spielplatz. Genau die passende Ecke für ein Treffen mit der hochschwangeren Elinor Jagodnik, Tänzerin des Berliner Staatsballetts. Zusammen mit dem Kollegen Friedrich Pohl, der gerade sein Engagement bei Martin Schläpfers Ballett am Rhein in Düsseldorf-Duisburg – nicht ganz freiwillig – beendet hat, sitzt die gebürtige Pariserin im Vorstand eines neu gegründeten Netzwerks: «dancersconnect» ist das Pendant zur BBTK, der Bundesdeutschen Ballett- und Tanztheaterdirektorenkonferenz, auf Kompanie-Ebene.
Worauf will die Initiative hinaus, und wie steht‘s überhaupt um die Ensemblekultur im Stadt- und Staatstheaterbetrieb?
Wenn Sie beide aus den Ferien zurückkehren und wieder an die -Arbeit gehen – fühlt sich das an wie Heimkommen?
Elinor Jagodnik: Absolut. Ich glaube, für die meisten Tänzer ist die Kompanie so etwas wie eine Heimat in der Fremde. Wir kommen ja aus allen Himmelsrichtungen, verbringen so viel Zeit miteinander – im Ballettsaal, auf der Probebühne, bei den Vorstellungen, auf Tourneen. Außerdem sind wir alle so ungefähr im gleichen Alter und teilen mit dem Tanz eine Leidenschaft, die unser Leben von klein auf ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Die Saison 2018/19: the winners are, Seite 138
von Dorion Weickmann
Es ist sicher kein Zuckerschlecken, in der norddeutschen Provinz die Fackel des Tanzes an einem Siebenspartenhaus mit vier Spielstätten und 20 Millionen Euro Etat am Flackern zu halten. Vor allem, wenn man als gebürtiger Pariser den Glanz des dortigen Ballet de l’Opéra erlebt hat. Doch Antoine Jully, der als Tänzer in seiner Heimatstadt und beim Royal Ballet London...
Hoffnung, das ist die Erwartung, dass etwas Positives eintreten wird. Insofern ist mein Hoffnungsträger das Staatsballett Berlin. Auch wenn die Zukunft hier wirklich erst noch beginnen muss. Aber das Staatsballett Berlin trägt jetzt, nach drögen Jahrzehnten, nach brutalen Einsparungen und der Fusionierung von vormals drei Ballettkompanien zu einer einzigen, nach...
Eine Puppe erwacht zum Leben. Sie tastet ihren Körper ab, erfreut sich an der gewonnenen Gelenkigkeit, an ihrer Stimme. Wie Sophie Killer die Menschwerdung in ihrem Solo «Einer tanzt aus der Reihe» darstellt, legt den Zuschauer an die Leine. Ihre Bühnenpräsenz ist ungewöhnlich, ihr schauspielerisches, mimisches und bewegungskünstlerisches Talent unübersehbar. Die...
