Dansgroep Amsterdam «Raak»

Tanz - Logo

Drei kurze Tanzstücke, gekoppelt wie Anhänger, verkürzen einen Abend ungemein. Man muss nichts Großes erzählen und kann die Themen wechseln wie Drinks. So trafen wir in Amsterdam auf Elvis, seine tote Seele heruntergedimmt wie die fünf Wohnzimmerlampen auf leerer Bühne. Fünf Tänzer, deren Körper zu ihrer eigenen ausgestreckten Hand heftig vorpreschen, um ihre Brust zu schlagen. Ein untröstliches Mea culpa für den toten King, eine Handarbeit der israelischen Choreografin Liat Waysbort namens «Bittersweet». Es war schon ihr zweiter Versuch, den Helden ihrer Jugend zu beweinen.

Bei einem Cocktail-Empfang gäbe sie die Retro-Melancholikerin, die man schützend in die Mitte nimmt, wie es hier die 2009 gegründete Dansgroep Amsterdam tut, mit ihrem Landsmann Itzik Galili und der Kurt-Jooss-Schülerin Krisztina de Châtel.
 

Itzik Galili zeigt in «Or» seine alte Lust an der Geometrie, den klaren Schritt, die gekrümmte Linie, den fahrenden Würfel, der auf Rollen die Lichtquelle hergibt, der von den Tänzern herumgeschubst wird, um immer neue Reihen, ja ganze Fresken zum Tropfen und Klirren der Perkussionskunst einer Band namens Percossa zu beleuchten. Immer wieder stehen acht Tänzer in Phalanx ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2010
Rubrik: KALENDER, Seite 48
von Arnd Wesemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
tanz im mai

brüssel: Vous êtes servis

Es ist angerichtet. Ein Höhepunkt beim diesjährigen «Kunstenfestivaldesarts» vom 7.–29. Mai in Brüssel ist – ein Film. Jorge León macht sich darin auf die Suche nach dem Schicksal indonesischer Mädchen, die zu Hausangestellten ausgebildet werden und bald, ohne Pass und Sprachkenntnisse, hinter den dicken Wänden der Oberschicht ausgebeutet,...

Geschichten über die Geschichte

«Rote Schuhe für den Sterbenden Schwan». Was ist damit gemeint? Ralf Stabel, Leiter der Staatlichen Ballettschule Berlin, nennt es im Untertitel seines bei Henschel erschienenen Buches: eine Tanzgeschichte in Geschichten. Er suggeriert Unterhaltung, lebendige Vermittlung von trockener Historie. Anschaulich schreiben kann er. Bisweilen wird er sogar witzig, erhalten...

«Tanz» im Mai

Titel
Wie populär darf/muss der Tanz sein? Kann man ihn gar als Marke betrachten? In Großbritannien ist er ja nicht zuletzt durch viel Marketing zu "Britain's favourite art form" aufgestiegen. Drei Ideen zur richtigen Werbung für den Tanz. Weiter

Menschen: Crystal Pite
Die Chefin der neuen Frankfurter Tanzkompanie "Kidd Pivot" und ihre Arbeit im Porträt.

Traditionen:...