Dance Company «Open Windows IX»
Ein letztes Mal, der letzte Tanz. Der Künstlerische Leiter der Dance Company des Theaters Osnabrück, Mauro de Candia, verlässt das Haus, und so findet die Reihe «Open Windows», in der Ensemblemitglieder sowohl als Choreograf*innen als auch als Tänzer*innen agieren, mit Teil IX ihr Ende. Gleichzeitig ist es der erste Versuch, von der Bühne des emma-theaters aus choreografische Arbeiten ins Digitale umzusetzen. Das Ergebnis überzeugt. Interessant ist, welche filmischen Mittel wie eingesetzt werden und wie sie sich zum performativen Material verhalten.
Die fünf Arbeiten der Osnabrücker Company wählen, ausgehend von der Black Box als Theaterraum, unterschiedliche Ansätze. Am organischsten wirkt das Resultat der ersten Arbeit, «Home (Prologue)» von und mit Ayaka Kamei. Die freie Handkamera, die für Überblendungen und effektvolle Spiele mit Licht und Dunkel eingesetzt wird, schafft es mühelos, einen Zustand irgendwo zwischen (Alp-)Traum und Realität sichtbar zu machen. Das anhaltende Nicht-Erwachen vermittelt sich gut über die Videoästhetik, die den Ausdruck des Bewegungsmaterials verstärkt.
Das ist nicht überall der Fall. Teils sind einzelne Szenen nur bedingt für die Kamera ...
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Tanz März 2021
Rubrik: Kalender, Seite 33
von Rico Stehfest
«Movement activity, pure and simple» – nichts könnte die kurzen, Mitte der 1970er- Jahre entstandenen Stücke der Choreografin Lucinda Childs besser beschreiben, die 2020, also nicht ganz fünfzig Jahre nach ihrer Entstehung, vom Ü-40-Ensemble Dance On (S. 26) zu einem Abend unter dem Titel «Works in Silence» zusammengefasst wurden. Das Bewegungsmaterial, das Childs...
Ein Film. Gleich in der ersten Einstellung wird klar, dass wir es bei «The Dreamers Ever Leave You» nicht mit der filmischen Dokumentation eines Tanzstücks zu tun haben, sondern mit einem Film als eigenständigem Kunstwerk: Der Fokus geht ganz nahe auf die Fingerspitzen von Noah Parets. Ein Zittern, eine Muskelanspannung, mehr ist nicht zu sehen, der Zuschauerblick...
«Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.» Wohin sie führen, lässt die Franz Kafka zugeschriebene Sentenz offen. Wann sonst, wenn nicht in einem Zustand kollektiven Innehaltens, werden Erinnerungen lebendiger: was uns geprägt hat, und wie oft es Zufall war, der Wege gewiesen hat, nicht vermeintlicher Weitblick. Der Weg ist immer auch Ziel.
Von meinem Mentor Horst...
