Shivas Erben

Die indische Tanzkunst scheint nie zu altern, und Gleiches gilt für ihre Künstlerinnen und Künstler. Auftritte auf dem Subkontinent lohnen jede Reisestrapaze.

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«Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.» Wohin sie führen, lässt die Franz Kafka zugeschriebene Sentenz offen. Wann sonst, wenn nicht in einem Zustand kollektiven Innehaltens, werden Erinnerungen lebendiger: was uns geprägt hat, und wie oft es Zufall war, der Wege gewiesen hat, nicht vermeintlicher Weitblick. Der Weg ist immer auch Ziel.

Von meinem Mentor Horst Koegler journalistisch programmiert, das Ballett nicht als ein Anhängsel musikalischer Berichterstattung anzusehen, sondern als Kunstform sui generis, gehörten die Metropolen der Tanzkunst natürlich zu den frühesten Reisezielen, darunter Kopenhagen und London, Den Haag und Stuttgart, auch Moskau und Leningrad, heute wieder Sankt Petersburg. Weil meine Berichte Leser fanden, sollte es bald noch weiter gehen, hinweg über die Sowjetunion nach Japan, und das Kernstück war die Strecke der Transsibirischen Eisenbahn. Auch die Traumreise begann mit dem ersten Schritt, aber schon beim zweiten strauchelte ich. Der Abflug in Wien ging nahtlos in eine Notlandung über, und weil der defekte Jet einen weiteren Startversuch gar nicht zuließ, wurde der Abflug vertagt, die Reise verschoben, das Routing verkürzt. Das östliche Ende war ...

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Tanz März 2021
Rubrik: Traditionen, Seite 38
von Gerhard Brunner

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WIENER MODERNE

lys X. George, Germanistin mit Sitz New York, hat die Alte Welt zur Zeit der Jahrhundertwende begutachtet und ein Buch geschrieben, das den ebenso fetischisierten wie tabuisierten Körper zum Epizentrum des Aufbruchs macht: «The Naked Truth: Viennese Modernism and the Body» ist ein Glücksfall. Selten ist wissenschaftliche Literatur derart gut...

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In den USA ist er eine Berühmtheit, der 2003 in New York verstorbene Al Hirschfeld. Sein Erbe, unzählige Karikaturen, werden kuratorisch ständig neu sortiert, etwa unter dem Titel «Amplified Dignity – Black Dancers Drawn by Hirschfeld». Diese zauberhafte Kollektion von Josephine Baker (1935) über Sammy Davis Jr. (1978) bis hin zu Judith Jamison...