dada
Es war schon ein Kunststück, dieses Leben mit radikal antibürgerlichem Anspruch. Zumal ein Bonvivant den Ton angab, ein von Mutter, Schwester, Ehefrau, Geliebter, von Schülerinnen und Assistentinnen umschwärmter Mann. Ein schöner Kerl, zugegeben. In Lederjacke sah er geradezu unwiderstehlich aus. Mary Wigman musste aufpassen, sich nicht in die Schar seiner Anbeterinnen einzureihen. Wo er sie hingelotst hatte, waren Prüderie und Besitzanspruch schließlich verpönt.
In der Künstlerkolonie auf dem Monte Verità hörten Ehen auf zu existieren, teilte man Tisch und Bett in wechselnder Besetzung. Schon ein paar Wochen nach der Ankunft dämmerte der Mittzwanzigerin allerdings, dass die kultivierte Polygamie in erster Linie die Furie der Eifersucht befreite. Offenbar war nicht alles eitel Sonnenschein in der Kohabitation, die der bewunderte Rudolf von Laban, seine vorerst scheidungsunwillige Gattin Maja Lederer (fünf Kinder) und seine Geliebte Suzanne Perrottet (ein Kind) praktizierten.
Mary Wigman und der Choreograf Rudolf von Laban gingen als Neuerer in die Geschichte des Tanzes ein, Suzanne Perrottet fand ihren Platz darin vor allem als eminente Pädagogin. Dagegen blieb das Kunstkapitel, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Februar 2016
Rubrik: Traditionen, Seite 56
von Dorion Weickmann
Sie sind als Tanztherapeutin und Dance Ability Trainerin tätig. Woher rührt Ihr starkes Interesse an Bewegung und Tanz?
Ich bin von Natur aus ein sehr neugieriger Mensch und war schon als Kind fasziniert davon, wie Menschen sich bewegen. Durch eine angeborene spastische Lähmung konnte ich bis zu meinem siebten Lebensjahr nicht laufen. Auch heute noch muss ich viele...
deutschland
On tour
Das Balé da Cidade de São Paulo zeigt zeitgenössischen Tanz aus Brasilien: «Antiche Danze» von Mauro Bigonzetti, «bandOneón» von Luis Arrieta und «O Balcão de amor» von Itzik Galili: Ludwigsburg, Forum am Schlosspark, 16., 17. Febr.; Schweinfurt, Theater der Stadt, 20., 21. Febr.; Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, 23. Febr.; Ludwigshafen,...
Das Bemerkenswerteste an diesem Dokumentarfilm über das Säureattentat auf den scheidenden Bolshoi-Ballettdirektor Sergei Filin sowie die Konsequenzen der Attacke ist womöglich das, was nicht zur Sprache kommt. Zwar machen die zahlreichen Aussagen der Mitwirkenden das Ausmaß der erbitterten Grabenkämpfe am Moskauer Bol-shoi-Theater unmissverständlich deutlich und...
