bolshoi babylon

Nepotismus, Säureattentat, monströse Rivalitäten: Die ganze Welt schaut auf dieses Theater und eine Ballettkompanie, die inzwischen weniger mit Kunst als mit Skandalen Schlagzeilen macht. Ein brandneuer Dokumentarfilm zeigt das Ausmaß ihrer Zerrissenheit

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Das Bemerkenswerteste an diesem Dokumentarfilm über das Säureattentat auf den scheidenden Bolshoi-Ballettdirektor Sergei Filin sowie die Konsequenzen der Attacke ist womöglich das, was nicht zur Sprache kommt. Zwar machen die zahlreichen Aussagen der Mitwirkenden das Ausmaß der erbitterten Grabenkämpfe am Moskauer Bol-shoi-Theater unmissverständlich deutlich und sind selbst für Kenner russischer Verhältnisse zutiefst schockierend: Ein gedungener Taxifahrer schleudert Sergei Filin im Januar 2013 direkt vor dessen Haustür Säure ins Gesicht.

Ermittlungen führen die Polizei auf die Spur des Bolshoi-Solisten Pavel Dmitrichenko. Der gibt zu, den Anschlag organisiert zu haben, weil Filin die Tänzerin Angelina Vorontsova, Dmitrichenkos Freundin, bei der Vergabe von attraktiven Rollen nicht berücksichtigt habe (tanz 3/13). Das Kuriose jedoch ist: Weder der Attentäter noch Vorontsova werden in «Bolshoi Babylon» beim Namen genannt. Dennoch: Die Wut und Entrüstung derjenigen, die zu Wort kommen, vermitteln ein eindrückliches Bild von der Korruption und dem gnadenlosen Wettbewerbsdenken, die das Bild im Inneren von Russlands berühmtestem Theater bestimmen.

Regisseur Nick Read und Produzent Mark ...

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Tanz Februar 2016
Rubrik: Produktionen, Seite 20
von Mike Dixon

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