Foto: Elena Anna Rieser
Colette Sadler: Widerstand neu denken
So lange sich Kunst – in unserem Fall Tanz und Performance – an jemanden richten soll, lebt sie in der Beziehung zu einem Anderen, der oder die erst die Intention des Kunstwerks vervollständigt. Die gegenwärtige Theater-Szene behauptet sich noch immer als ein Ort, wo Kommunikation, zumindest überwiegend, noch möglich ist.
Welche alternativen Narrative oder Bilder können also Tanz und Performance bieten?
Tanz ist eine verkörperte Kunstform und als solche ein Ort, wo Macht und Handlungsfähigkeit von Körpern Widerstand leisten, ausgespielt werden und neu etabliert werden können. Ein Ort, an dem der Verachtung des Andersartigen widerstanden wird und an dem neue Formen der menschlichen wie der nicht-menschlichen Subjektivität ausgestellt und artikuliert werden. Ein Ort, wo Auffassungen vom Menschlichen und von Handlungsfähigkeit verhandelt werden können. Für mich ragen zwei Figuren aus diesem Diskurs heraus: das Monster (das Abjekt, der ausgegrenzte Körper) und das Post-Humane.
Der monströse Körper ist durchlässig. Er res-pektiert keine Grenzen, Ordnungen und Systeme. Er stört Identität. Bezieht man das Monster bzw. Repräsentationen des Monströsen ein, gewährt man dem Außen Eingang ins ...
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Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Raum für Visionen, Seite 124
von Colette Sadler
Für den Residenzaufenthalt im Goethe-Institut Kyoto ist es Bedingung, dass man sich mit einem auf Japan bezogenen Projekt bewirbt. Ich schlug vor, die traditionelle japanische Teezeremonie näher zu betrachten, die mir erstmals vor Jahren im Ethnologischen Museum in Berlin-Dahlem begegnet war und deren choreografische und skulpturale Aspekte mich sehr fasziniert...
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tanz
Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
Herausgeber / publisher
Der Theaterverlag
Redaktion / editorial office
Hartmut Regitz, Dorion Weickmann, Arnd Wesemann, Mitarbeit: Sofie Goblirsch, Marc Staudacher
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin, Tel +49-(0)30-254495-20, Fax -24,
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Marco Goecke ist klug. Er umgeht sämtliche Fallstricke, über die die meisten seiner Choreografen-Kollegen stolpern. Denn anders als viele glauben, ist es eben nicht leicht, eine Tänzer-Biografie mittels Tanz zu erzählen. Der Hauschoreograf des Stuttgarter Balletts ging mit «Nijinski» fremd. Er choreografierte für Gauthier Dance, die Stuttgarter Kompanie des Tänzers...
