Julian Weber in «something i can't pronounce», Foto: Alexandra Faust

Nach Nippon

Zu Gast im Land von Manga, Zen und Geishas. Erlebt und aufgezeichnet von Julian Weber

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Für den Residenzaufenthalt im Goethe-Institut Kyoto ist es Bedingung, dass man sich mit einem auf Japan bezogenen Projekt bewirbt. Ich schlug vor, die traditionelle japanische Teezeremonie näher zu betrachten, die mir erstmals vor Jahren im Ethnologischen Museum in Berlin-Dahlem begegnet war und deren choreografische und skulpturale Aspekte mich sehr fasziniert hatten – Disziplinen, in denen ich mich künstlerisch auch sonst bewege. In ihrer Ästhetik und altertümlichen Strenge war mir die Zeremonie äußert fremd.

Durch den minimalistischen Ansatz und den ganzheitlichen Anspruch, der neben der Teezubereitung auch Architektur, Kostüm, Bewegungsabläufe, Ikebana (Kunst des Blumensteckens), Wagashi (Kunst der Süßwarenzubereitung) und Kalligrafie einbezieht, wirkte das Ritual zugleich sehr zeitgenössisch.

Exotische Exotik

Ohne die Rahmung durch die dreimonatige Residenz des Goethe-Instituts hätte ich mich wohl nie so explizit mit der Tradition dieser fremden Kultur auseinandergesetzt. Was mich anfangs sehr forderte, war die Problematik der kulturellen Aneignung. Wie kann ich respektvoll mit einer fremden Tradition umgehen, wie einen spielerischen Zugang zum Material etablieren und es ...

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Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Labore der Zukunft, Seite 84
von Julian Weber

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