Christos Papadopoulos «Larsen C»
Das Eisfeld Larsen C in der Antarktis geriet weltweit in die Schlagzeilen, als sich dort 2017 ein gigantischer Eisberg abspaltete. Das spektakuläre, lautstarke «Kalben» ließ vergessen, dass Schelfeis in der Regel aus scheinbar unbewohnten und unbewegten Landschaften besteht. Der Titel des neuesten Stücks von Christos Papadopoulos ist dieser weißen Wüste entlehnt und steht für Geheimnisse der Natur, die Griechenlands neuen Stern am Tanzhimmel künstlerisch inspirieren.
Seine Kindheit verbrachte er auf dem Land, wo ihn die Bewegungen von Bäumen im Wind, Vogelschwärmen und Fischbänken faszinierten. Mysteriöses Gruppenverhalten inspirierte schon sein Stück «Elvedon», mit dem er 2016 zum ersten Mal aufhorchen ließ, auch wenn er sich da bei Romanfiguren von Virginia Woolf bediente. Präsenz und Stellung des Individuums in Gemeinschaften sind Leitmotive seiner Recherche, in der jede*r Interpret*in das Vokabular auf persönliche Weise zur Blüte bringt.
In «Larsen C» sind das pendelnde Arme, einem Mantra gleich, wie eine diskrete Metapher des Fliegens, gelebt in einer Art Trance, die auch das Publikum ergreift. Da verfließen im Zusammenspiel von Bewegungen und subtilen Lichteffekten Realität ...
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Tanz Februar 2022
Rubrik: Kalender, Seite 32
von Thomas Hahn
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