Choy Ka Fai «Dance Clinic»

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Choy Ka Fai ist ein Doktor der Zukunft. Gekleidet in Arzt-Weiß, vertraut mit einem futuristischen Instrument: Ember Jello. Diese Wunderkiste ist der Prototyp einer Datenbank, die der asiatische Medienkünstler, ausgebildet in Singapur und London, mit allerlei wunderlichen Informationen gefüttert hat. Sein mit künstlicher Intelligenz ausgestatteter Assistent kennt sich mit den Stilen und dem Bewegungsmaterial bedeutender Choreografen wie Pina Bausch, Mary Wigman, Anne Teresa De Keersmaeker oder William Forsythe aus.

Wozu das gut ist, demonstriert Choy Ka Fai, einer von drei neuen Residenz-Künstlern – genannt Factory Artists – am tanzhaus nrw, bei der Uraufführung seiner «Dance Clinic» im ausverkauften kleinen Saal. 

Zwischen Wissenschaftsshow und Lecture Performance nimmt er sich Choreografen in der Schaffenskrise an, um sie mit Hilfe von «Ember Jello» zu therapieren. Was dieser außergewöhnlichen Produktion einen besonderen Reiz gibt, ist eine kleine Dosis von modernem Schamanismus, der über dem ganzen Abend schwebt. Was zu Beginn droht, ein Lehrvortrag über das Abgreifen von Hirnströmen und Bewegungen beim Akt des Choreografierens zu werden, gewinnt im Verlauf der Veranstaltung ...

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Tanz Juni 2018
Rubrik: Menschen, Seite 31
von Bettina Trouwborst

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