Adieu Avantgarde
«Avantgarde» und «Komplizen» – zwei Begriffe, die aus dem Feld der Macht, der Ausübung aktiver Gewalt herrühren: «Avantgarde» meint ursprünglich die Speerspitze (im Sinne von Vorhut im Militär); «Komplizen» sind Mittäter, der Terminus entstammt der juristischen Sphäre. Die Kunst hat diese Begriffe in ästhetische und soziale Kontexte umbesetzt und neu kontextualisiert. Ein Merkmal künstlerischer Avantgarden ist der Bruch mit der Tradition.
Im Avantgarde-Diskurs und in der Praxis zeigt sich eine aggressive Absage an alles, was bislang «state of the art» war: ein «Nein!» zu ästhetischen Konzepten und künstlerischen Verfahren ebenso wie zu institutionellen, gesellschaftlichen, materiellen und ökonomischen Voraussetzungen der bis dato vorherrschenden Kunst. Das Motto: Verkrustungen aufbrechen!
Mittäterschaft
Die Kulturwissenschaftlerin Gesa Ziemer hat den Begriff und den damit verbundenen Gedanken eines gemeinsamen Handelns (im Sinne der Mittäterschaft) positiv umgedeutet und in die Performance-Theorie eingebracht. Bei diesem Modell von «Komplizenschaft» geht es nicht um den Einsatz krimineller Energie, sondern um produktive Formen der Zusammenarbeit, um kollaborative Kreativität und ...
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Tanz Jahrbuch 2026
Rubrik: Komplizen, Seite 12
von Gabriele Brandstetter
tanz
Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
Herausgeber Der Theaterverlag – Friedrich Berlin GmbH
Redaktion Sofie Goblirsch, Johanna Rau, Falk Schreiber,
Marc Staudacher, Dorion Weickmann (Leitung), Assistenz: Helena Bogner
Bürocenter am Lützowplatz, Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße 24, 10785 Berlin
Tel. +49-(0)30-254495-20, Fax -24,...
Extrem lebendig und weithin praktiziert, dabei strukturell instabil und kaum als Arbeit anerkannt: In Buenos Aires führt der Tanz schon seit Langem ein widersprüchliches Dasein. Ohne ein nationales Tanzgesetz, das grundlegende Arbeitsrechte garantieren könnte, bleiben die Arbeitsbedingungen äußerst prekär. Und doch: Noch immer kommen wir in Studios, Kulturzentren,...
Sharon Eyals unverwechselbarer Stil ist ein Markenzeichen. Er zeichnet sich durch rhythmische Schritte, pulsierende Ensembles sowie eine Vorliebe für Struktur und Symmetrie in Vollendung aus: Hypnotische Klangwelten und schnörkellose Bühnenbilder unterstreichen die dramatische Dimension der Körper. In Summe entsteht daraus eine einzigartige künstlerische Welt....
