Adieu Avantgarde

Oder: Bonjour complicité! Überlegungen von Gabriele Brandstetter

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«Avantgarde» und «Komplizen» – zwei Begriffe, die aus dem Feld der Macht, der Ausübung aktiver Gewalt herrühren: «Avantgarde» meint ursprünglich die Speerspitze (im Sinne von Vorhut im Militär); «Komplizen» sind Mittäter, der Terminus entstammt der juristischen Sphäre. Die Kunst hat diese Begriffe in ästhetische und soziale Kontexte umbesetzt und neu kontextualisiert. Ein Merkmal künstlerischer Avantgarden ist der Bruch mit der Tradition.

Im Avantgarde-Diskurs und in der Praxis zeigt sich eine aggressive Absage an alles, was bislang «state of the art» war: ein «Nein!» zu ästhetischen Konzepten und künstlerischen Verfahren ebenso wie zu institutionellen, gesellschaftlichen, materiellen und ökonomischen Voraussetzungen der bis dato vorherrschenden Kunst. Das Motto: Verkrustungen aufbrechen!

Mittäterschaft
Die Kulturwissenschaftlerin Gesa Ziemer hat den Begriff und den damit verbundenen Gedanken eines gemeinsamen Handelns (im Sinne der Mittäterschaft) positiv umgedeutet und in die Performance-Theorie eingebracht. Bei diesem Modell von «Komplizenschaft» geht es nicht um den Einsatz krimineller Energie, sondern um produktive Formen der Zusammenarbeit, um kollaborative Kreativität und ...

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Tanz Jahrbuch 2026
Rubrik: Komplizen, Seite 12
von Gabriele Brandstetter

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