Choreograf des Jahres: Akram Khan
Wie in so vielen seiner Stücke spiegelt Akram Khan unsere Gegenwart in einem uralten Mythos, und wie so oft mahnt er uns, die alten Weisheiten ernst zu nehmen. Dieses Mal fällt seine Mahnung so düster und hoffnungslos aus, als hätte der Londoner Choreograf die große Verzweiflung des Jahres 2020 vorausgeahnt.
«Outwitting the Devil» (tanz 11/19) wurde im Juli 2019 von Akram Khans Kompanie beim «COLOURS International Dance Festival» in Stuttgart uraufgeführt, getanzt von einer Inderin, drei Asiaten, einem Europäer und einem Amerikaner, Künstler mit höchst unterschiedlichen Lebensaltern und mit Bewegungsstilen diversester Provenienz. Dieses Weltentheater, die visionäre Fusion der unterschiedlichen Einflüsse kennt der Choreograf, seit er klein ist. Schon mit 13 Jahren tanzte er in Peter Brooks theatralischem Mammutprojekt «Mahabharata» mit, er lernte Kathak bei einem indischen Großmeister und zeitgenössischen Tanz an der Northern School of Contemporary Dance. Mit dem Solo «Xenos» (tanz 4/18) steht er noch immer selbst auf der Bühne – ein überaus geschmeidiger und dabei kraftvoller Tänzer mit enigmatischer Persönlichkeit. Für sein bildermächtiges Tanztheater suchte er sich immer neue, ...
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Tanz Jahrbuch 2020
Rubrik: Choreograf des Jahres, Seite 120
von Angela Reinhardt
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