Parkett International: Belgien und Niederlande

Wer hätte das gedacht: Das einst für den Tanz so hoch gepriesene Flandern verstolpert sich dank miserabler Kulturpolitik in die Bedeutungslosigkeit, während die Niederlande, nicht weniger schlecht von der Politik behandelt, neue Tanzkräfte entfalten

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Die vergangene Tanzsaison in den Benelux-Staaten kann man in vielerlei Hinsicht als eine verlorene bezeichnen, insbesondere gilt das für Belgien. Natürlich ist der Hauptgrund die Corona-Krise, die die Performance-Szene Mitte März mit voller Wucht getroffen hat. Doch in Belgien, genauer gesagt in Flandern, wurde die Krise durch empfindliche, undurchdachte Budgetkürzungen im Kunstsektor zusätzlich verschärft. Hinzu kommt, dass man nur wenige wirklich herausragende Tanzproduktionen zu sehen bekam.

War der Tanz, speziell in Flandern, noch bis vor wenigen Jahren ein Zentralfaktor der Kultur, so hat er diese Stellung inzwischen weitgehend eingebüßt. Im Vergleich dazu mutet die niederländische, ja selbst die im französischsprachigen Teil Belgiens beheimatete Szene noch immer ziemlich lebendig an.

Schon oft haben Historiker die bemerkenswerten Parallelen zwischen den gesellschaftlichen Verhältnissen in den Niederlanden und Belgien herausgestellt, aber was den Tanz betrifft, lassen diese sich nur bedingt ausmachen. In letzter Zeit hat sich die politische Stimmung auch in Flandern deutlich nach rechts gewendet, zu Ungunsten der Parteien der Mitte. Dieser Trend wirkte sich unmittelbar auf ...

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Tanz Jahrbuch 2020
Rubrik: Parkett International, Seite 146
von Pieter T‘Jonck

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