Chemnitz: Luciano Cannito «Romeo und Julia»

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Viel Jubel gibt es auch in der ersten Aufführung nach der Premiere von Luciano Cannitos «Romeo und Julia», vor allem für Natalia Krekou und Jean-Blaise Druenne in den Titelpartien. Die 2008 entstandene Choreografie hat Luigi Neri in Chemnitz einstudiert. 

Der Platz vor dem Palazzo der Capulets in Verona zitiert zunächst das Ambiente des 15. Jahrhunderts. Wenn in den Marktszenen die Touristenfänger das Bild beherrschen, sind wir indes beinahe in der Gegenwart. Auch tänzerisch, denn da wird schon mal gehipt, gehopt und in die Hände geklatscht beim fröhlichen Treiben.

Der Breakdancer Tobias Morgenstern zeigt, was er kann, und wird noch getoppt von Ivan Cheranev (als Romeos Freund Benvolio). Der nimmt wie im Battle die Vorgabe auf und führt sie weiter, mit der ihm eigenen tänzerischen Musikalität.

Die hat auch Raul Arcangelo als Mercutio, dessen tragikomischer Tanz in den Tod nach dem Kampf mit Tybalt zu einem Höhepunkt wird. Milan Maláč als Tybalt ist hier nicht Anführer einer Gang, eher ein Außenseiter, ein in sich verschlossener Typ, ein Stänkerer, der brutal provoziert, weil er Romeos wunderbare Leichtigkeit des Seins, die der junge Held mit seinen Freunden teilt, nicht ertragen ...

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Tanz Juni 2018
Rubrik: Kritik 6/18, Seite 38
von Boris Gruhl

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