Düsseldorf: Ben J.Riepe, Remus Şucheană, Ohad Naharin «B.35»
Ein surrealistisches Völkchen hat sich zum Abendmahl à la Leonardo da Vinci versammelt: Tänzer in wild gemusterten Ganzkörpertrikots, Kopf inklusive, sitzen an einer langen Tafel auf der Bühne der Düsseldorfer Oper. Mysteriös, gespenstisch oder witzig? Als eine Art Kobold vom Stuhl auf den Tisch springt und dort in der Hocke feixend verharrt, geht ein amüsiertes Raunen durch den Saal. Ben J. Riepes Performance «Environment» feiert ihre Uraufführung als Teil des Programms «b. 35».
Er hat sie für Martin Schläpfers Ballett am Rhein entwickelt – welche Herausforderung!
Couragiert ist der freie Düsseldorfer Choreograf (tanz 11/17) ans Werk gegangen und hat den Theaterapparat genutzt, um seine Ästhetik zu zelebrieren. Auf den ersten Blick hat er getan, was er immer tut: Tänzer als ikonografisch aufgeladene skulpturale Objekte inszenieren und verrückte Dinge tun lassen. Nur hat er es hier mit Luxus-Leibern in Haute Couture und technischen Raffinessen wie Bühnenzügen oder einer Explosion zu tun. Allerdings hat Ben J. Riepe diesmal eine bewusstseinstheoretische Ebene eingebaut. Ein aus der Zeit gefallener Mann in Frack und Zylinder bewegt sich philosophierend («ein Live- Stream aus dem ...
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Tanz Juni 2018
Rubrik: Kritik 6/18, Seite 40
von Bettina Trouwborst
Seit Jahren ist eine Zunahme der physischen und psychischen Belastungen im professionellen Bühnentanz zu beobachten. Die Gründe dafür sind vielfältig. Beispielhaft zu nennen sind eine Verdichtung des Arbeitspensums durch den Abbau von Stellen und das Damoklesschwert der auf ein Jahr befristeten, also immer wieder verlängerungsbedürftigen Arbeitsverträge. Stadt- und...
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