Seit sie

Wie der griechische Choreograf Dimitris Papaioannou dem Tanztheater Wuppertal das Käsemachen beibringen durfte

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Stellen Sie sich vor, Sie hätten Ihr Leben lang Schinken hergestellt, einen sehr berühmten, sehr durchwachsenen, luftgetrockneten Schinken, der mittels einer ganz bestimmten Pökelprozedur zu delikater Reife gelangt. Sie wissen aber auch, dass diese besonders delikate Art nicht mehr produziert werden kann, weil es an frischem Fleisch mangelt. Da kommt auf einmal einer und sagt: Dann machen wir eben Käse. Der Käser heißt Dimitris Papaioannou. Er ist Grieche und in der Lage, ebenso eigensinnige Würzmischungen herzustellen.

Da Fleisch eh gerade nicht besonders en vogue ist, freut man sich, dass sein Käse zumindest im Geschmack noch an Fleisch erinnert. Denn Papaioannou macht einen feinwürzigen, nicht ganz so berühmten, aber sehr reifen Käse mit intensiver Note. Man könnte auch denken, wenn man es nicht besser wüsste, es sei Fleischkäse.

Wer nun sein Leben damit verbracht hat, wenigstens einmal im Jahr ein Werk von Pina Bausch zu goutieren, hat sich neun Jahre nach dem Verlust des Originals zwar ein Stück weit mit dem Schicksal abgefunden, ist aber nun – den stehenden Ovationen bei der Premiere in Wuppertal nach zu urteilen – sogar dankbar, dass zwischen Schinken und Käse eine gewisse ...

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Tanz Juni 2018
Rubrik: Produktionen, Seite 13
von Arnd Wesemann

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