Center Stage
Die Ukraine ist ein Land des Tanzes, das der Welt im 20. Jahrhundert viele herausragende Balletttänzer geschenkt hat. Da ist zunächst Serge Lifar zu nennen, dem es noch Anfang der 1920er-Jahre heimlich und unter Lebensgefahr gelang, die Grenze zu Polen zu überqueren und nach Paris zu kommen. Dort, in Diaghilews Ballets Russes, begann sein brillanter Werdegang als Künstler und Choreograf.
Bezeichnenderweise aber fing seine Laufbahn in Kiew an, wo er Unterricht im klassischen Tanz bei Bronislava Nijinska nahm – der Schwester des berühmten Waslaw Nijinsky, selbst eine Kult-Choreografin des 20. Jahrhunderts.
In Kiew, Charkiw und auch Odessa, wo es Operntheater in Form von Unterhaltungsunternehmen gab, kamen Theatertruppen damals ohne ausgebildete Balletttänzer aus. Eine Ausnahme bildeten die Eleven privater choreografischer Schulen und Studios, deren beste sich in Charkiw befand. Sie wurde von der Mutter der nachmaligen großen Ballerina der Sowjetzeit, Natalia Dudinskaja, geleitet. Dudinskaja Jr. wurde in Charkiw geboren und war eine der ersten Schülerinnen ihrer Mutter, Natalia Alexandrowna Dudinskaja. Diese war wiederum befreundet mit der berühmten Petersburger Ballerina Olga ...
PhD Oleksandr Chepalov ist Professor und «Verdienter Künstler» der Ukraine
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Tanz Mai 2022
Rubrik: Ukraine-Krieg, Seite 4
von Oleksandr Chepalov
Wohl dank Jérôme Bel zählt das Zürcher Theater Hora europaweit zu den bekanntesten Kompanien des inklusiven Tanztheaters. Bel choreografierte die Truppe 2012 unter dem ebenso lapidaren wie heute kaum mehr als korrekt empfundenen Stücktitel «Disabled Theatre». Was der französische Choreograf vorfand, war die 1993 gegründete Kompanie für Menschen mit «different...
Newcomer
MACKENZIE BROWN
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