CD, DVD, Buch 10/19
CD des Monats: Sturz in den Maelström
Edgar Allan Poe spricht in seiner Kurzgeschichte einmal vom Hurrikan. Tatsächlich lässt sich der Maelström wie eine trichterförmige Windhose vorstellen, allerdings aus Wasser: ein gigantischer Strudel aus «schimmernd stäubendem Wasserschaum», der alles zu verschlingen droht – gleichwohl aber eine Schönheit besitzt, die in der Erinnerung selbst den Erzähler noch in seinem Innersten erschauern lässt.
Poe beschreibt das fiktive Naturphänomen, dessen Entstehung er mit dem Wechselspiel von Ebbe und Flut vor dem norwegischen Lofoten-Archipel erklärt, 1841 in allen Phasen – und wie ein einziger Mensch diesem «Gischtpfuhl» entkommt, weil er nicht in Panik gerät, sondern seine Gesetzmäßigkeiten analysiert.
Molissa Fenley hat sich 1986 von der Novelle zu einer Choreografie für das Australian Dance Theatre inspirieren lassen und den dafür idealen Komponisten gewonnen: Philip Glass entfesselt in seiner Musik zu «A -Descent into the Maelström» denn auch die ganze Sogkraft, zu der die Minimal Music befähigt ist – noch dazu, wenn sie so schillernd orchestriert wird wie von Aleksander Waaktaar, der die Vorlage für die Arctic Philharmonic und eine Verfilmung ...
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Tanz Oktober 2019
Rubrik: Medien, Seite 66
von
Ihre blitzeblauen Augen strahlen mit der Sonne um die Wette, ihr Lächeln ist der Liebreiz selbst – aber niemand sollte Gianna Reisen (Newcomerin in tanz 12/17) für ein pflegeleichtes Ballettmädchen halten. Toughe Lady trifft es schon eher, denn anders kann man kaum mit gerade mal 20 Jahren zwei Choreografien für das New York City Ballet (NYCB) hingelegt und eine...
Diese Bilder, sie bleiben einem für immer im Kopf: Der Alte mit der Pickelhaube, der zu Mahlers «O Mensch» mit der Kreissäge Babypuppen zersägt; das brennende Herrensakko im Schrank und bald darauf der Kopf einer jungen Frau in der Gasbackröhre; die Blutpumpe an blendendweißen Wänden, dann das blutige Gekröse, das ein Priester in vollem Ornat aus schwappenden...
Kopfschütteln über die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg: Remus Şucheană, Ballettdirektor unter dem künstlerischen Gesamtleiter Martin Schläpfer, ist durch eine Indiskretion aus dem Aufsichtsrat des Hauses in die Schlagzeilen geraten. Von einer «teuren Vertragspanne» ist die Rede, Schläpfers vorzeitiger Abgang 2020/21 an die Wiener Staatsoper habe ein...
