CD, DVD, Buch 10/19
CD des Monats: Sturz in den Maelström
Edgar Allan Poe spricht in seiner Kurzgeschichte einmal vom Hurrikan. Tatsächlich lässt sich der Maelström wie eine trichterförmige Windhose vorstellen, allerdings aus Wasser: ein gigantischer Strudel aus «schimmernd stäubendem Wasserschaum», der alles zu verschlingen droht – gleichwohl aber eine Schönheit besitzt, die in der Erinnerung selbst den Erzähler noch in seinem Innersten erschauern lässt.
Poe beschreibt das fiktive Naturphänomen, dessen Entstehung er mit dem Wechselspiel von Ebbe und Flut vor dem norwegischen Lofoten-Archipel erklärt, 1841 in allen Phasen – und wie ein einziger Mensch diesem «Gischtpfuhl» entkommt, weil er nicht in Panik gerät, sondern seine Gesetzmäßigkeiten analysiert.
Molissa Fenley hat sich 1986 von der Novelle zu einer Choreografie für das Australian Dance Theatre inspirieren lassen und den dafür idealen Komponisten gewonnen: Philip Glass entfesselt in seiner Musik zu «A -Descent into the Maelström» denn auch die ganze Sogkraft, zu der die Minimal Music befähigt ist – noch dazu, wenn sie so schillernd orchestriert wird wie von Aleksander Waaktaar, der die Vorlage für die Arctic Philharmonic und eine Verfilmung ...
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Tanz Oktober 2019
Rubrik: Medien, Seite 66
von
Ihre Autobiografie erschien posthum. Schonungslos beschrieb sie darin die Folgen eines traumatischen Ereignisses: «Auch wenn man zu leben scheint, so gibt es doch eine Trauer, die tötet. Man kann seinen Körper zwar noch … über die Erde schleppen, aber die Lebensgeister sind erloschen – für immer.» 1913 ertranken Isadora Duncans Kinder in der Seine. Jahre später...
Es gibt sicher noch viel mehr Gründe zu tanzen. Aber die 111, die Lisa Bales im Rahmen einer literarischen «Liebeserklärung» vereint, lassen sich diskutieren – darunter ein paar, die auf den ersten Blick eher kurios erscheinen («Weil Kakadus tanzen»), während andere auf der Hand liegen («Weil man Körperbewusstsein entwickelt»). In elf Kapiteln listet die Münchner...
Kopfschütteln über die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg: Remus Şucheană, Ballettdirektor unter dem künstlerischen Gesamtleiter Martin Schläpfer, ist durch eine Indiskretion aus dem Aufsichtsrat des Hauses in die Schlagzeilen geraten. Von einer «teuren Vertragspanne» ist die Rede, Schläpfers vorzeitiger Abgang 2020/21 an die Wiener Staatsoper habe ein...
