CD & DVD
Clip des Monats: Babine Suze
heißt dieser preisgekrönte Film aus Kroatien, der von den Tränen einer alten Bergbäuerin erzählt, die ungebeugt ihr Leben nach dem Tod ihres Mannes weiterführt. Die schwarzweißen Bilder zeigen zu dramatischer Musik eine raue Bergwelt im Küs-tengebirge von Paklenica nahe der Stadt Zadar, ein schlichtes Steinhaus und die alte Frau, Marije Ramici, an der vorbei die Kamera mit nachgerade artistischen Überblendungen eine Tänzerin, die karge Erde und die Jahreszeiten einfängt.
Die Regisseurin Marija Šćekić vereint Tänzerin und tanzende Kamera zu einer kunstvollen Hommage an das vom Tod getrennte Bauernpaar. Dessen Leben war und dieser Film bleibt: durch und durch trotzig.
Hier können Sie den Clip des Monats anschauen.
Hommage: Reid Anderson
Dieses Buch ist eigentlich eine Abenteuerreise auf den Spuren des Stuttgarter Balletts, das mit John Cranko die höchsten Kunstgipfel bestieg, nach seinem Tod etliche Täler durchmaß und bis heute die Tanzrepublik fasziniert. Offiziell als Würdigung des Intendanten Reid Anderson deklariert, handelt es sich in Wahrheit um eine Liebeserklärung, die dem Geehrten ebenso gilt wie seinen Weggefährten und den Tänzern, über die er ...
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Tanz April 2017
Rubrik: Medien, Seite 58
von
Der Mann hat nicht schlecht gestaunt: Zum ersten Mal, so sagte es der Sozialwissenschaftler für Sport in Frankfurt/Main vor der ehrwürdigen, 1956 gegründeten Dramaturgischen Gesellschaft, zum ersten Mal überhaupt würden sich Theaterintellektuelle mit dem Objekt auseinandersetzen, das ein Theater erst zum Theater macht: dem menschlichen Körper. Das Thema des...
Newcomer: Christian Bauch
Die Ballettwelt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, hat noch niemandem geschadet. Christian Bauch riskiert den Perspektivwechsel, und das in «COW» (tanz 4/16) von Alexander Ekman auf allen vieren: sozusagen eine Kuh verkörpernd, die nicht aufs Maul gefallen ist. «Schönen guten Abend, meine Damen und Herren», lässt sie sich gleich...
Spezialisten sagen, dass Shakespeares «Titus Andronicus» noch kein «echter» Shakespeare ist. Weil am Ende die Bühne von Leichen übersät ist, aber die Mörder nicht an ihren Taten zerbrechen – wie sonst bei Shakespeare. Hier nicht. Hier wird nur gemordet.
Genau dieser Exzess interessiert den Choreografen Tarek Assam, der ein «Machtspiel» mit deutlichen...
