Claude Debussy: «Jeux», «Khamma», «La boîte à joujoux», Singapore Symphony Orchestra, Dirigent: Lan Shui
CD des Monats 1/18
Geplant hat er vieles. Ein «Aphrodite»-Ballett etwa, «Amphion», «Daphnis et Chloé», «Masques et Bergamasques», und unter dem vielversprechenden Titel «Crimen Amoris» ein «Poème chanté et dansé d’après Verlaine». Wirklich zu Ende komponiert hat Claude Debussy nur «Jeux», und das im Auftrag der Ballets russes: eine choreografische Ménage à trois, beunruhigend in ihrer Form, aufregend in ihren ekstatischen Aufschwüngen – und unerhört, was die Chromatik ihrer Klänge betrifft.
Dass Debussy auch noch andere Ballette geschrieben hat, bringt rechtzeitig zu seinem 100.
Todestag am 25. März das Singapore Symphony Orchestra unter seinem Leiter Lan Shui in Erinnerung: «Khamma» etwa, eine «Légende dansée», so gar nicht nach dem Geschmack des Komponisten, der aus finanziellen Erwägungen heraus die projektierte Poe-Oper «Der Untergang des Hauses Usher» zur Seite legen muss zugunsten der «Spiralbeine irgendeiner der notorischen Tänzerinnen unserer Zeit». Gemeint ist Maud Allan, die seinerzeit mit ihrer «Vision of Salomé» die Häuser füllte.
Während «Khamma» wie ein Nachhall zu den beiden kurz zuvor uraufgeführten Strawinsky-Balletten «Der Feuervogel» und «Petruschka» wirkt, hört man aus Debussys ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es könnte Chanel sein. Vielleicht auch Hermès. Auf jeden Fall glitzert die Jacke der Dame – Sitzplatz im Palais Garnier: erste Reihe, Balkon links – so golden wie eine mit Brokat überzogene Weihnachtskugel. Verhaltener ist das Lächeln, das Aurélie Duponts Lippen umtänzelt. Immerhin dürfte an diesem Abend einige Anspannung im Spiel sein. Spiegelbildlich zur...
Die Gesellschaft für Tanzforschung ist dreißig Jahre alt. Ihre schönste Aktivität: das Ausrichten von Symposien. «Sound, Traces und Moves» hieß es zuletzt am Orff-Institut für Elementare Musik- und Tanzpädagogik am Mozarteum in Salzburg. Tänzer machen Töne. Körper erzeugen Geräusche. Der Körper des Tänzers ist ein Instrument. Zweitschönste Tätigkeit der ehrenwerten...
Sie war die erste «Sylphide», die Ballerina der romantischen Epoche par excellence. Gegen Ende ihres Lebens füllte Marie Taglioni (1804 – 1884) hunderte von Notizbuchseiten mit teils pikanten Memoiren. Fast sechzig Jahre lang verbargen ihre Nachfahren die Dokumente vor der Öffentlichkeit, einzig Léandre Vaillat durfte sie für seine 1942 veröffentlichte Biografie...
