Sabine Karoß, Stephanie Schroedter (Hg.): «Klänge in Bewegung. Jahrbuch TanzForschung 2017», Bielefeld 2017

Klänge in Bewegung

Anthologie

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Die Gesellschaft für Tanzforschung ist dreißig Jahre alt. Ihre schönste Aktivität: das Ausrichten von Symposien. «Sound, Traces und Moves» hieß es zuletzt am Orff-Institut für Elementare Musik- und Tanzpädagogik am Mozarteum in Salzburg. Tänzer machen Töne. Körper erzeugen Geräusche. Der Körper des Tänzers ist ein Instrument. Zweitschönste Tätigkeit der ehrenwerten Gesellschaft ist das Wortspiel.

Um einem Körper auf die Spur zu kommen, lauscht man in ihn hinein, bekommt ein Gespür für ihn, erkennt wie in der Spurrille einer CD eine Bewegungslinie, wie sie Thema war etwa bei Stephan Thoss‘ «Loops and Lines» 2013 in Wiesbaden. Die elektronische Musik, die Verwendung von Sensoren, die Übersetzung des Körpers in ein hörbares Organ ist das Thema der 17 Aufsätze. Es geht um «Sound-Anatomien» des Choreografen Karol Tyminski, um getanzte Vibrationen bei Meg Stuart und um die klanganalytische Kunst der Anne Teresa De Keersmaeker. Welche Geräusche produziert ein erschöpfter Körper? Der schwere Atem, man ahnt es, und die getanzte Leichtigkeit des Seins sind ein Widerspruch in sich. Das Geräusch eines sich hebenden Arms, digital verstärkt,- ist ebenso eine Sensation wie der «Tanz zur großen- ...

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Tanz Januar 2018
Rubrik: Medien, Seite 64
von Arnd Wesemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Münster: Bach, Immortalis

Johann Sebastian Bach schrieb Musik ganz von dieser Welt und doch mit Verbindung zu Höherem – beliebt und geliebt bis heute. Unsterblich nennt ihn das Tanzstück von Hans Henning Paar am Stadttheater Münster: «Bach, immortalis». Umso sterblicher wirken natürlich die zwölf Tänzer – und leider auch die Choreografie. 

Das Sinfonieorchester Münster unter der Leitung...

Zeitschrift: Tanzolympiade 1936

1936 fanden die Olympischen Spiele in Berlin statt. Kurz davor organisierte Rudolf von Laban die «Tanzolympiade». Auf dem Siegerpodest stand die Kroatin Mia Čorak Slavenska, die das 1929 gegründete Königreich Jugoslawien als «freie Tänzerin» vertrat. Die UdSSR, Frankreich, England, Schweden und die USA sagten ab, da man Ballett mit Ausdruckstanz nicht vergleichen...

Highlights 1/18

Zürich
Crystal Site und Lightfoot/Léon
Sie ist eine der wenigen Ausnahmen von der (inzwischen leicht löchrigen) Regel, die da besagt: Abseits der Bühne wird das Ballett von Männern regiert. Crystal Pite gehört zu der Handvoll Choreografinnen, die an den großen Opernhäusern Fuß gefasst haben. Dem Ballett Zürich überlässt sie nun ihr 2009 entworfenes «Emergence» – eine...