Harris Beattie; Foto: Bruno Simao
Harris Beattie
Im September 2017 wurde das Teatro Camões in Lissabon zum Schauplatz eines denkwürdigen Moments in der Geschichte der Tanzwettbewerbe: Ein 18-jähriger Schüler der Central School of Ballet, Harris Beattie mit Namen, räumte bei der von der Royal Academy of Dance ausgerichteteten «Genée International Ballet Competition» alle drei ersten Preise ab: die Gold Medal, den Margot Fonteyn-Publikumspreis sowie den Choreographic Award in der Kategorie «Dancer’s Own Variation» – ein in der 86-jährigen Geschichte des Wettbewerbs bislang beispielloser Erfolg.
Ob «Le Corsaire», ob eigene Kreation – Harris Beattie überzeugte durch gelassene Körperbeherrschung und hohe Kunstfertigkeit. Ohne Frage: Die Bühne ist seine Bestimmung.
Abseits des Theaters wirkt Beattie wie ein niedlicher, zurückhaltender Schuljunge. Sein sanft-bestimmter, schottisch gefärbter Tonfall und seine beachtliche Eloquenz lassen dagegen rasch auf einen scharfen Verstand schließen, während er von seinem Werdegang berichtet: Mit zehn Jahren zog er nach Aberdeen, nahm am dortigen Danscentre Unterricht, dann 18 Monate Ausbildung an der Rambert School of Ballet and Contemporary Dance. «Ich trainierte Ballett, zeitgenössischen Tanz, ...
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