Cayetano Soto

Tanz - Logo

Höchste Zeit, dass dieser Choreograf seine überbordenden Ideen, seine szenischen Verrücktheiten, Bewegungsfantasien und Multimedia-Experimente endlich dosiert und auf ein abendfüllendes Stück verteilt.
Cayetano Soto ist ein Schnelldenker mit einem Problem: Er kann seine Fantasien kaum disziplinieren.

Bislang hat der 1975 geborene Spanier mit kürzeren Produktionen brilliert, denen die Begeisterung für Stilrichtungen jeglicher Couleur anzumerken war: Neoklassische Elevation und moderne Erdung, Tanztheater-Effekte und zeitgenössische Fragmentierung – egal, alles darf in seine Stücke. Hauptsache, es ist schnell und hat Witz. Nach einer Ausbildung in Barcelona und Den Haag ging er zum balletttheater München, gab dort 2002 sein Debüt als Choreograf. Ein gutes Dutzend Stücke sind seitdem entstanden, viele davon verblüfften. Etwa sein wunderbares Stück «Canela fina». Eine optische, aber auch olfaktorische Betörung.
Ein Duft liegt in der Luft – es ist Zimt, spanisch eben «Canela», der den Bühnenboden bedeckt und bei jeder Bewegung aufwirbelt. Die Tänzer agieren im duftenden Sand so leicht und unberechenbar, als wären auch sie Feinpartikel der Zimtwolken – und kämpfen doch gegen die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2009
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 141
von Nicole Strecker

Vergriffen
Weitere Beiträge
Mikhail Baryshnikov

Mikhail Baryshnikov ist immer noch die Nummer eins. Sein unendlicher Mut lässt ihn noch immer neue Risiken eingehen, als fantastischer Tänzer der er ist, egal ob er in dramatischen Stücken des Schweden Mats Ek zusammen mit der großartigen Ana Laguna auftritt oder in Soli arbeitet, die Alexei Ratmansky für ihn schuf, in denen er mit selbstironischer Geste sein...

Gintersdorfer / Klassen

Fast wäre Monika Gintersdorfer eine ganz normale Regisseurin am Stadttheater geworden. Lauter deutsche Erstaufführungen, routinierte Textbehandlung, eloquente Übersetzungen junger Autoren. So ging es von der Studiobühne zu den Salzburger Festspielen. Dort hat man ihr auf die Finger gehauen. Zum Glück. In einer Aktion namens «Ausziehen» zerschmetterte sie darauf in...

Faustin Linyekula

«More, More, More... Future» nennt Faustin Lin-yekula sein neuestes Werk, eine Kongo-Punk-Performance. Denn in seiner Heimat hat niemand ein Recht auf Zukunft, findet er. Da rezitieren zwei Sänger traumhaft schöne und dabei hoch politische Texte eines Freundes. Der schreibt sie in seiner Gefängniszelle, ist politischer Gefangener. Linyekula mutet dagegen an wie der...