Madrid
Ich hatte dieses Jahr das Vergnügen, bei den größten spanischen Festivals einige wahrhaft inspirierende junge Tänzer und Choreografen zu sehen. In Madrid beim Escena Contemporanea Festival 2008 trat die Cía de Dança Membros auf, eine herausragende Gruppe junger Männer aus Macae, Brasilien, die in «Raio X» HipHop und zeitgenössischen Tanz zu einer brutalen Kritik an der Gewalt in brasilianischen Gefängnissen verschmelzen. Schön, Tanz mit einer sozialen Botschaft zu sehen und junge Tänzer, die sich unverfroren an komplexe Themen trauen.
Madrid en Danza 2008 hatten den großartigen «Don Q» vom Theaterhaus Stuttgart eingeladen. Die Tänzer Egon Madsen und Eric Gauthier stellen zwei der berüchtigtsten Figuren der spanischen Literatur dar: Don Quijote und Sancho Panza. Auf einer Bühne voller seltsamer Requisiten, mit exzellenter Dramaturgie und Choreografie zu einem charmanten Medley aus Pop- und klassischer Musik, fängt «Don Q» die komödiantischen Hochs und tragischen Tiefs von Cervantes’ Meisterwerk ein. Daran sind schon viele Kompanien gescheitert. Außerdem muss ich noch Ángel Rojas erwähnen, dessen wunderschönes halbstündiges Solo «Bailando entre palabras» mich tief berührt hat. Zum ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ihr Geburtsjahr 1886 sieht zwei romantische Fixsterne verglühen. Im Starnberger See ertrinkt unter rätselhaften Umständen der Märchenkönig Ludwig II., in Bayreuth schließt Franz Liszt, der Schwiegervater Ri-chard Wagners, für immer die Augen. Derweil spitzt ein ehemaliger Wagner-Fanatiker schon die Feder zum Sockelstoß: «Ist Wagner überhaupt ein Mensch? Ist er...
Der schwedische Schriftsteller Carl Jonas Love Almquist schreibt 1835 das Theaterstück «Signora Luna». Ein arabischer Muselman erobert darin nicht nur Sizilien, sondern auch das Herz der zarten Titelfigur, die für ihn die Treue zu Vaterland und Eltern vergisst. Was dem Muselman, Abul Kasem sein Name, allerdings überhaupt nicht gut bekommt. Das Stück ist...
Der holländische Ballettdirigent André Presser ist zwar seit 2001 verrentet, aber er dirigiert nach wie vor etwa zwanzig Ballettabende im Jahr. Im März kommenden Jahres wird er «La Sylphide» in Hamburg anführen. Auch in Karlsruhe ist er zu Gast. München, wo er lange Jahre den Stab an der Staatsoper hob, wenn Ballett auf dem Programm war, steht auf seinem...
