«Sylphides» von Cecilia Bengolea und François Chaignaud
Drei große, dunkle, luftgefüllte Säcke stolpern auf die Bühne. Eine Helferin mit diabolischem Lidschlag wirft eine Saugpumpe an. Die Luft wird immer weniger in den Säcken. Die anthrazitfarbenen Hüllen schmiegen sich an die menschlichen Konturen, die endlos lange liegen bleiben. Fast ersticken wir mit ihnen. Kein Mucks. Kein anderer Tanz löst so intensive physische Empathie aus. Nur ein wenig heben und senken sich die Oberkörper. Sie leben noch. Aber wirken sie deshalb menschlich? Wie bedrohlich man die Skulpturen auch empfindet: Sie rühren an.
Mühsam stehen sie wie von den Toten auf. Langsam entwickeln sich fremdartige Körperformen. Immer verwinkelter werden die Kontorsionen. Die Helferin kehrt zurück und lädt die Aliens, nun wieder steif wie Bronzen, auf einen Wagen. Der Ausflug ins Reich des Todes hat ein Nachspiel. Als die Atemluft sich endlich Platz verschafft und François Chaignauds blonde Locken das Tageslicht erblicken, gleicht er mehr denn je einem androgynen Engel. Mehr Luftgeist geht gar nicht. Befreit hüpfen sie wie Ballerinen beim Aufwärmen, zu schmalziger Musik, frisch wie ein Windhauch.
Als Bengolea und Chaignaud diesen ihren finalen Tanz der Schmetterlinge auf dem ...
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Auf der Bühne stellen Sie ja nicht gerade die geflügelten Waldfeen dar, sondern sind von Kopf bis Fuß in Folie eingewickelt. Warum?
François Chaignaud: Es ging uns anfänglich auch gar nicht darum, ein Stück über die Sylphiden zu machen. Der Titel ergab sich während der Arbeit. Der Ausgangspunkt war eine Entdeckung, die uns faszinierte. Wir begannen gerade eine...
