Buenos Aires

Zeitgenössischer Tanz ist mehr als ein ästhetisches Konzept. Er verhandelt Fragen nach dem Zusammenleben in fragilen Zeiten und prekären Verhältnissen

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Extrem lebendig und weithin praktiziert, dabei strukturell instabil und kaum als Arbeit anerkannt: In Buenos Aires führt der Tanz schon seit Langem ein widersprüchliches Dasein. Ohne ein nationales Tanzgesetz, das grundlegende Arbeitsrechte garantieren könnte, bleiben die Arbeitsbedingungen äußerst prekär. Und doch: Noch immer kommen wir in Studios, Kulturzentren, zweckentfremdeten Räumlichkeiten oder leerstehenden Hallen zusammen. Der Tanz bleibt – als Form kollektiven Beharrens.

Was den zeitgenössischen Tanz in Buenos Aires ausmacht? Es steht vielleicht gar nicht so sehr ein ästhetisches Konzept im Zentrum, sondern die Frage: Was bedeutetet es für die Körper, unter fragilen Bedingungen zusammenzubleiben? Choreografie wirkt hier häufig als Strategie der Organisation von gemeinsamer Wahrnehmung, Zuneigung, Erschöpfung und Präsenz. Der lange Schatten des experimentellen Tanzes – insbesondere des Tanztheaters von Pina Bausch –, der mit seinen fragmentierten Dramaturgien und Gefühlszuständen, mit Ironie und dem gesprochenen Wort die lokale Szene über Jahre hinweg geprägt hat, ist im Laufe des vergangenen Jahrzehnts allmählich dokumentarischen Formaten gewichen. Sie stehen in der ...

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Tanz Jahrbuch 2026
Rubrik: Parkett International, Seite 154
von Bárbara Hang

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