Brückenbau in Dessau

Josef Eder

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Trachtenjoppe, Cargo-Hosen, Rucksack – was hat so ein Bayer im Flachland verloren? Ein Münchner in Dessau? Der Choreograf Josef Eder hat sich diese Frage auch gestellt, wenn er zu Proben aus dem Wohlstands-Süden in den Norden fuhr. Nicht gerade in ein Notstandsgebiet, aber in eine Stadt mit Strukturproblemen, der die Jugend davonläuft. Über das Ausbluten des Theaters und seiner Ballettsparte hat tanz immer wieder berichtet. Wer die Kürzungen überlebt hat, hält eisern durch. Das gilt allen voran für Ballettdirektor Tomasz Kajdanski.

Sein Sohn Piotr ist elf Jahre alt, ein Wirbelwind.

Er steht auf der Bühne mit Abdul, Ariane, Bashar, Bahaa, Fadil, Grace, Hecham, Huner, Hussein, Ibrahim, Leonard, Monir, Reinis, Julia und Waeel. Die Bühne befindet sich in der Dessauer Marienkirche. Dessau gehört zu Sachsen-Anhalt. Dort stellt die «Alternative für Deutschland» seit den letzten Landtagswahlen die zweitstärkste Fraktion, mit 25 Abgeordneten. Einer davon ist Gottfried Backhaus. Er hat Josef Eder nie gesehen, und auch nicht die 16 jungen Menschen zwischen 10 und 25 Jahren, mit denen Eder «Das Fremde – so nah» choreografiert hat. Der Auftritt des syrisch-deutschen Ensembles macht binnen ...

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Tanz Dezember 2016
Rubrik: Menschen, Seite 32
von Dorion Weickmann

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