Bridget Breiner «Dornröschen»

Düsseldorf

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Sie könnte eine Schwester der Gebrüder Grimm sein. Bridget Breiners Lust am Fabulieren ist in jeder Szene ihrer «Dornröschen»-Neufassung zu spüren. Eine zeitgemäße, märchenhafte Parodie hat die Chefchoreografin für ihr Ballett am Rhein kreiert. So darf der Prinz das schöne Kind nicht wachküssen – es wäre ein Übergriff.

Zu Beginn sitzt ein Junge im Schneidersitz vor dem Vorhang, die Ellenbogen aufgestützt, das Kinn in den Händen. In ihm schlummert ein Held, ja ein Prinz, aber der muss noch knapp 100 Jahre warten. Dann klingelt ein überdimensionaler Wecker.

Der Kleine ist der Sohn der bösen Fee Carabosse, Sophie Martin verleiht ihr Charisma und Eleganz – sympathisch ist sie noch dazu. Dass sie Mutter wurde, kam so: Der Erzähler, der den Jungen mit ruhigen Gesten und geschmeidigem Tanz durchs Geschehen führt, lässt ihn ins Märchen eintreten, als das Kind Mitleid mit der bösen Fee drückt. Wobei es in Düsseldorf keine Feen gibt. Breiner hält sich an die Grimms, da sind es 13 weise Frauen. Ihre silbernen (Zauber-)Stäbe erinnern an Schwerter, ihr Tanz hat etwas Hexenhaftes.

Wilde Kapriolen schlägt Breiners Fantasie: Carabosse und Sohn Désiré wachsen Wand an Wand mit der Königsfamilie ...

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Tanz Januar 2026
Rubrik: Kalender, Seite 38
von Bettina Trouwborst

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