Bremen: Adrienn Hód «Coexist»
Die Tanzsparte am Theater Bremen ist neu aufgestellt. Der Hauschoreograf Samir Akika muss nur noch ein Werk pro Jahr abliefern. Der Qualität hilft das enorm. Dafür wird die kleine Truppe mit immer neuen Gästen überrascht. Diesmal ist es Adrienn Hód aus Ungarn, choreografische Grenzgängerin in einem Land, in dem sich die Partei unter Victor Orbán gern und oft gegen das anti-patriotische Kunstverständnis diverser Choreografen auflehnt, zuletzt gegen eine angeblich zu schwulenfreundliche Musical-Darstellung von Billy Elliot (tanz 8-9/18).
Aber das ist beinahe niedlich, betrachtet man die Lust der 2007 in Budapest gegründeten Kompanie Hodworks, mit der sie genüsslich jede Scham, jedes Tabu, jeden Trieb auf ihrem «Altar der Kunst» ausbreitet (so der Bremer Dramaturg Gregor Runge). Dafür wird die 44-jährige Choreografin von diversen europäischen Tanzprogrammen gern gefördert: als Ikone des Widerstands gegen die rechtsnationale Regierung in ihrer Heimat.
Aber es geht nicht um Ungarn. Es geht ihr um nackte Tatsachen, die Lust am schambefreiten Bekenntnis, um das Herunterlassen der Unterhose. Wenn in einer langen ersten Einstellung acht Bremer Tanzwütige und zwei Budapester Zensurhasser ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2019
Rubrik: Kritik, Seite 34
von Arnd Wesemann
Helena Waldmann reist viel und schaut der Gesellschaft gerne in die Seele. Und so ist ihr neues, in Ludwigshafen uraufgeführtes Stück «Der Eindringling. Eine Autopsie» eine Reise ins Innerste des Menschen, in den Kern unserer (derzeitigen) Befindlichkeiten. Eine Stunde lang sind wir aufgefordert, uns selbst zu betrachten, eine Autopsie an uns selbst durchzuführen,...
Der Oscar der Tanzwelt ging in diesem Jahr an eine Reihe hierzulande besonders vertrauter Namen: Zürichs Ballettchef Christian Spuck wurde für seine Choreografie «Winterreise» (tanz 11/18) ausgezeichnet, Elisa Carrillo Cabrera vom Berliner Staatsballett für die Verkörperung der weiblichen Titelrolle in Nacho Duatos «Romeo und Julia», ihre Kollegin Anna Laudere vom...
Der Bühnenverein und die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger sowie die Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer e.V. haben sich auf einen neuen Manteltarifvertrag geeinigt. Er sieht, so die Pressemitteilung, «eine weitgehende Harmonisierung der Regelungen» für Solo- und Gruppentänzer vor, etwa was Probezeiten und die verpflichtende Teilnahme am...
