Braunschweig
Kein Blick zurück im Zorn? Das Schlussbild zeigt Adrian J. Wanliss auf der Galerie, weinlaubbekränzt. Und dieser Dionysos lacht. Es ist kein gewöhnliches Lachen, mit dem er sich von seinem Publikum verabschiedet. Es ist ein spöttisches, ein sardonisches Lachen, eins, das einem eigentlich im Halse stecken bleiben sollte.
Es ist neu – wie so manches an dem Tanzfonds Erbe Projekt, das als Rekonstruktion des Tanzstücks «Zeche eins» von Reinhild Hoffmann angekündigt ist. Neu ist sein Titel «Jagd.Kampf.Rausch».
Neu ist vor allem der geschichtslose Rahmen, in dem die Aufführung stattfindet: nicht die ehemalige Waschkaue, die schon 1992 dem Schauspielhaus Bochum als Probebühne diente, sondern das Staatstheater Braunschweig, dessen Dependance eher ein Gehäuse für Geschichten stellt. Neu ist nicht zuletzt das Ensemble, das sich die geschichtsträchtige Choreografie erst hat einverleiben müssen.
Geblieben ist Grundsätzliches und damit ein Stück Tanztheater, das sich nicht lärmend gibt, nicht die Spur effekthascherisch, sondern archaisch streng, antike Mythen in ein bildhaftes Theaterritual bindend. Grau ist die Grundfarbe der Kostümierung von Andrea Schmidt-Futterer. Weiß der erhobene Boden, ...
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Tanz Dezember 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 38
von Hartmut Regitz
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Chris Salter, Sie waren 1994/95 beteiligt an William Forsythes Ballett «Eidos : Telos», zwei Jahre später an «Sleepers Guts». Damals sprachen Sie, sprachen wir alle von interaktiven Technologien, heute sprechen wir von immersiven Technologien. Was hat sich in diesen 22 Jahren verändert?
Man kann sagen, dass es große technische Fortschritte gab. Betrachtet man...
