Bildband
Tänzer, nackt, im öffentlichen Raum: mal balancierend auf dem Eingangsschild zum Berliner U-Bahnabgang an der Weinmeisterstraße, mal im Grand jeté vor dem Brandenburger Tor. Jordan Matter, 48, ist kein Skandalfotograf, eher ein Abenteurer, der es mühelos schafft, Tänzer aus diversen Kompanien in ein ganz besonderes Nachtleben zu entführen. Sie proben mal in der New Yorker Subway, mal auf der Brooklyn Bridge. Sobald es so aussieht, als komme niemand um die Ecke, machen sich bis zu 25 Tänzer in Bruchteilen von Sekunden nackt und werfen sich in ihre Figur.
Matter schießt sein Foto, alle greifen nach den Kleidern und verschwinden wieder. Ein Flash mit Spitzenschuh. Ein Schnellschuss mit Adrenalin, wenn die Tänzer im Park des Louvre auch mal von Wachpersonal erwischt werden. Gerade die Angst vor Verhaftung oder die Androhung eines Bußgeldes wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses erhöhen den Puls des prüde erzogenen amerikanischen Fotografen. Belohnt wird der Betrachter mit durchweg ästhetischen, mitunter schwarzweißen Aufnahmen, deren nächtliche Atmosphäre und Eleganz so gar nichts Verruchtes ausstrahlen. Im Gegenteil sind es bildschöne Aufnahmen einer Kunst, die – nach ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2016
Rubrik: Medien, Seite 62
von Arnd Wesemann
Huch, schon wieder ein Jahr vorbei. Nie verfliegt ein Jahresrund schneller, als wenn Antonio Vivaldi musikalisch die Welt erwachen, sich erhitzen, berauschen und schließlich einfrieren lässt. Den barocken Superhit haben in Hagen gleich drei Choreografen im Teamwork inszeniert. Noch ehe man weiß, was Regina van Berkel mit ihrem schnörkelig-komplizierten...
Ausschreibungen
Das Goethe-Institut hat für die Jahre 2016 bis 2018 erstmals einen «Internationalen Koproduktionsfonds» (IKF) aufgelegt, um kollaborative Arbeitsprozesse im internationalen Kulturaustausch anzuregen und die Entstehung neuer Netzwerke und Arbeitsformen in globalen Zusammenhängen zu unterstützen. Gefördert werden Koproduktionen in den Bereichen ...
Chris Salter, Sie waren 1994/95 beteiligt an William Forsythes Ballett «Eidos : Telos», zwei Jahre später an «Sleepers Guts». Damals sprachen Sie, sprachen wir alle von interaktiven Technologien, heute sprechen wir von immersiven Technologien. Was hat sich in diesen 22 Jahren verändert?
Man kann sagen, dass es große technische Fortschritte gab. Betrachtet man...
